Oldenburg - Das Oldenburger Traditionsunternehmen Heinrich Hecker GmbH& Co. KG Bau zählt seit über einem Jahr zur Depenbrock-Gruppe. Inzwischen realisieren beide Firmen mehrere Projekte gemeinsam. „Wir können alle Tiefbauleistungen aus einer Hand anbieten“, erklärt Karl-Heinrich Depenbrock. Dazu zählten auch anspruchsvolle Brücken-, Tunnel- und sonstige Spezialbauten.

Zu den aktuellen Projekten zählt etwa die Hinterlandanbindung des Hafens „Am Luneort“ in Bremerhaven. Dort werden Schwerlasttrassen für die Beförderung von Offshore-Komponenten gebaut. Und: Mitarbeiter der Firma Hecker rammen derzeit Spundwände für den Neubau des Marinabeckens in Bad Essen. Für diesen Auftrag wurden zwei sogenannte Hochfrequenzvibrationsrammen gekauft mit einem Investitionsvolumen von einer halben Million Euro. Die Anschaffung der 20 Tonnen schweren Geräte wurde auf dem Oldenburger Bauhof der Firma Hecker als positives Zeichen der Unternehmensentwicklung mit einem Grillnachmittag gefeiert.

50 der zuletzt 128 Mitarbeiter der Stammbelegschaft der Firma Hecker waren vor einem Jahr nach der Insolvenz des Unternehmens von Depenbrock übernommen und deren Betriebszugehörigkeit angerechnet worden, so dass ein Werkstattleiter und ein Spezialfacharbeiter 2014 bereits auf ihre 40-jährige Betriebszugehörigkeit zurückblicken.

Zu der Schieflage, der 1949 in Oldenburg gegründeten Firma, hatte vor allem das Großprojekt Jade-Weser-Port geführt. Hecker war zu 29 Prozent an der Arbeitsgemeinschaft beteiligt, die den Hafen baute. Aufgrund von Rechtsstreitigkeiten blieben zunächst Rechnungen der Arge über 50 Millionen Euro offen, dann traten weitere Schäden an der Spundwand auf. Zuvor hatten bereits andere Bauprojekte zu Verlusten geführt. 2011 war durch den Verkauf der Sparte Rohrleitungsbau und Kündigungen die Zahl der Mitarbeiter nahezu halbiert worden.

Die Unternehmensgruppe Depenbrock aus Stemwede (Landkreis Minden-Lübbecke) übernahm dann im April 2012 den Geschäftsbereich Ingenieur- und Wasserbau von Hecker.


52 Mitarbeiter wurden übernommen, für die übrigen wurde ein Interessenausgleich und ein Sozialplan ausgehandelt. Depenbrock war damals mit 300 Millionen Euro Jahresumsatz etwa zehn Mal so groß wie Hecker, hieß es. Nach der Übernahme des Hecker-Geschäftsbereichs zählt das Unternehmen etwa 700 Mitarbeiter.