Vechta - Die private Krankenversicherungsgruppe Alte Oldenburger (Vechta) ist 2013 „recht positiv gestartet“: Die Beitragseinnahmen seien um vier bis fünf Prozent gestiegen, und einen Schub erwarte man 2013 auch durch private Pflegeversicherungen, berichteten die Vorstände – Georg Hake, Dr. Ulrich Knemeyer und Manfred Schnieders – am Donnerstag in Vechta. Zugleich wachse die Belastung im Leistungsbereich moderat. Damit zeichne sich eine Fortschreibung der guten Entwicklung aus 2012 ab, so Vertriebs-Chef Schnieders.

Denn im Vorjahr waren die gebuchten Bruttobeiträge bereits um 4,2 Prozent auf 262,47 Millionen Euro gestiegen – eine „erfreuliche Entwicklung“ in einem für private Krankenversicherer (PKV) „schwierigem Marktumfeld“, wie betont wurde. Beide Standbeine der Gruppe trugen zum Wachstum bei: die Alte Oldenburger Krankenversicherung AG aus Vechta mit 204,58 (196,66) Millionen Euro, die Provinzial Krankenversicherung AG aus Hannover mit 57,89 (55,31) Mio.

Insgesamt stieg die Zahl der Versicherten um 2,2 Prozent auf 308  987. Bei der Gruppe sind 61 000 Kunden privat vollversichert. 250 000 haben eine Zusatzversicherung. In diesem Bereich wird mit der gesetzlichen Krankenkasse AOK kooperiert.

„Moderat“ habe sich der Aufwand für Versicherungsfälle entwickelt. Er stieg in der Gruppe auf knapp 130 (127) Millionen Euro. Der gesetzliche Verhandlungsrahmen über Qualität, Mengen und Preise mit den Leistungserbringern „müsse auch für die PKV noch deutlicher erweitert werden“, forderte Knemeyer gegen „Kostenspirale und Beitragsanpassungsdruck“.

Besonders freute sich Alte-Oldenburger-Vorstandsvorsitzender Georg Hake über die relativ hohe Nettoverzinsung des Anlagekapitals von 4,0 Prozent. Das Volumen sei um 15,7 Prozent auf knapp 1,3 Milliarden Euro gewachsen.


Die Krankenversicherungsgruppe wird getragen von: VGH (Hannover/60 %), Versicherungsverein Alte Oldenburger Krankenversicherung von 1927 (35 %) sowie Landessparkasse zu Oldenburg (5 %). Der Standort Vechta profitiert von der Entwicklung. So stieg die Zahl der Mitarbeiter dort von 183 (2010) auf zuletzt 218.

Der Vorstand deutete an, dass die zwei Erweiterungsoptionen für die 2010 eingeweihte Zentrale in absehbarer Zeit genutzt werden könnten. Dafür stehen Flächen neben dem Gebäude zur Verfügung.

Rüdiger zu Klampen
Rüdiger zu Klampen Wirtschaftsredaktion (Ltg.)