Vechta - In der Chefetage der „Alte Oldenburger“ in Vechta hängt eine historische, leicht vergilbte Foto-Reproduktion an der Wand. Sie zeigt in einem engen Büro vier ernste Männer zwischen allerlei Akten. Das war der Anfang, 1927, als „Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit“. Daraus wurde ein bundesweit tätiger privater Krankenversicherer – mit heute mehr als 270 Mitarbeitern in Vechta (Großteil) sowie Hannover. Jedes Jahr kommen welche hinzu.
In der noch neuen Zentrale hegt man wieder Anbaupläne. „Wir stoßen allmählich an Kapazitätsgrenzen“, erläuterten die Vorstände der Alten Oldenburger Beteiligungsgesellschaft AG, Manfred Schnieders (Vorsitzender) und Klaus Tisson, gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Versicherungsvereins, Georg Hake (bis 2014 AG-Vorstand).
Die Gesellschaft mit ihren beiden Standbeinen Alte Oldenburger Krankenversicherung und Provinzial Krankenversicherung Hannover hat auch 2014 gut abgeschnitten – bei vielen Kennzahlen sogar besser als der Markt, wie Schnieders und Tisson betonten. So nahm die Gruppe 278,285 Millionen Euro an Bruttobeiträgen ein, und zwar 215,5 (Vorjahr: 213) Millionen bei der Alten Oldenburger und 62,7 (58,3) Millionen bei der Provinzial Krankenversicherung – zusammen 2,5 Prozent mehr als zuvor. Die Branche insgesamt kam dagegen nur auf 0,7 Prozent.
Auch bei der Zahl der Kunden mit privater Vollversicherung konnte man weiter zulegen auf 62 077 (Vorjahr 61 807) – das ist in der insgesamt stagnierenden Branche längst nicht selbstverständlich.
Von den Beiträgen wurde gut die Hälfte, knapp 143 (135,1) Millionen Euro für Versicherungsfälle aufgewendet, ein zweiter großer Block von 131,8 (136,7) Millionen Euro wurde Deckungsrückstellungen zugeführt – langfristigen Reserven für die Zukunft, wie bei privaten Krankenversicherungen (im Gegensatz zur gesetzlichen) üblich.
Die Kapitalanlagen der Gruppe wuchsen 2014 auf 1,6 (1,4) Milliarden Euro, die Nettoverzinsung erreichte 3,7 (4,1) Prozent. Dabei profitiere man auch von der umsichtigen Anlagepolitik aus früheren Jahren. Die Kapitalanlage sei in Zeiten der Niedrigzinsen zur großen Herausforderung geworden, erklärte der Vorstand. Partner dabei ist die VGH (Hannover), die 60 Prozent der Anteile an der Alten Oldenburger Beteiligungsgesellschaft hält (35 Prozent liegen beim Versicherungsverein, fünf Prozent bei der LzO).
Vertriebsvorstand Tisson geht davon aus, dass Alte Oldenburger und Provinzial weiterhin die Zahl der Vollversicherten steigern können. Besondere Dynamik erwartet er weiterhin bei Zusatzversicherungen für gesetzlich Krankenversicherte (2014: 256 676, gut 4500 mehr als zuvor). Hier kooperiert man mit der AOK. Große Erwartungen werden in den noch jungen Markt für private Pflegeversicherungen gesetzt, wie Tisson erläuterte.
