ALTENOYTHE - Der 73-jährige Willi Sprock ist ein echter Altenoythe-Fan. „Ich fühle mich hier einfach wohl und habe nie daran gedacht, wegzuziehen“, sagt der gebürtige Altenoyther. An seinem Lieblingsort schätzt er besonders das rege Vereinsleben und die hilfsbereiten Bewohner. „Hier ist man auch als alter Mensch willkommen. Alles ist längst nicht so anonym und kalt wie in einer Großstadt“, findet er.

Das Wahrzeichen des Ortes ist seit Jahrhunderten die über 1000 Jahre St. Vitus Kirche, die auch Kirchenhistorikern eine Reise wert ist. Ein Anziehungspunkt für viele Einheimische und Touristen ist auch der über 100 Jahre alte Schafstall am Ortseingang. Mitglieder des Heimatvereins haben ihn restauriert und zu einem Kleinod Altenoythes gemacht. „Für unseren Schafstall haben wir im Rahmen der Aktion ’Unser Dorf soll schöner werden’ sogar einen Sonderpreis bekommen“, sagt der Vorsitzende Heinz Bischoff.

Mit seinen rund 400 Mitgliedern kümmert sich der Verein seit 1988 um den Erhalt der plattdeutschen Sprache sowie die Verschönerung des Ortsbildes etwa mit Ruhebänken und hübsch bepflanzten Blumenbeeten.

Das Vereinsleben wird in Altenoythe generell groß geschrieben. Frauensingkreis, Männergesangverein, Schützenverein, Freiwillige Feuerwehr oder Caritas-Verein – die Liste für einen Ort mit rund 5000 Einwohnern ist außergewöhnlich lang.

Besonders gut ist auch die Versorgungslage. Gefreut haben sich die Bürger über den neuen großen Verbrauchermarkt an der Altenoyther Straße, der im vergangenen Jahr eröffnet wurde. Egal ob Apotheker, Bank oder Bäckerei – vieles lässt sich hier auch zu Fuß oder per Fahrrad erreichen. „Eigentlich haben wir in Altenoythe fast alles“, lächelt Ortsvorsteher Karl Schwienhorst.


Besonders das Dorferneuerungsprogramm und das Flurbereinigungsverfahren habe der Entwicklung des Ortes einen großen Schub gegeben. „Allein 20 Kilometer Straße wurden dank der Förderprogramme in den vergangenen Jahren saniert“, sagt Schwienhorst. Aber noch gebe es viel zu tun und dabei denkt der Ortsvorsteher vor allem an die Straßen im Ortskern. Auch das Dorfgemeinschaftshaus an der Rosenstraße könne eine Sanierung gebrauchen.

Gefreut haben sich die Altenoyther auch darüber, dass die fusionierte Hauptschule in Altenoythe ihren Sitz gefunden hat. Mit rund 430 Schülern und 32 Lehrern gehört die Heinrich-von-Oytha-Schule zu den größten Hauptschulen im Landkreis Cloppenburg und wurde für ihr innovatives Schulkonzept bereits mehrfach gelobt.

Wie seit Jahrhunderten wird Altenoythe auch heute noch von seinen landwirtschaftlichen Betrieben am Ortsrand geprägt. Starke Akzente in den vergangenen Jahren setzte aber auch die katholische Kirche im Ort mit ihren Kirchen, dem Karl-Borromäus-Haus und dem Menrikushaus sowie dem Caritas-Verein. Das Stadtjubiläum Friesoythes feiern die Altenoyther gerne mit. Inzwischen haben sie sich nämlich daran gewöhnt, dass sie seit der Gebietsreform 1974 nicht mehr selbstständig sind. „Der Widerstand gegen die Eingliederung war damals riesig“, erinnert sich Willi Sprock.

Kämpferisch waren die Altenoyther schon immer. Sie schlugen in einer großen Schlacht 1623 den für die Protestanten kämpfenden Grafen Ernst von Mansfeld und seine Truppen in die Flucht und sicherten damit die Vorherrschaft des katholischen Glaubens in der Region.