Hamburg - Altbundeskanzler Helmut Schmidt (96) hat sich für eine längere Lebensarbeitszeit ausgesprochen. „Wenn wir den Wohlfahrtsstaat aufrechterhalten wollen, dann müssen wir in Zukunft länger arbeiten“, sagte Schmidt bei der Vorstellung einer Studie am Donnerstag in Hamburg. „Und in fernerer Zukunft müssen wir auch noch länger arbeiten als bis zum 67. Lebensjahr.“

Schmidt nahm sich selbst als Beispiel: „Ich bin im 97. Lebensjahr und ich arbeite immer noch 30 oder 40 Stunden in der Woche.“ Allerdings nicht in dem Beruf, den er eigentlich einmal gelernt habe. Im hohen Alter könne man nicht mehr „dasselbe Dach decken oder denselben Tunnel bauen.“

Wichtig sei, dass man im Alter die Tätigkeit wechsle – von einer körperlich belastenden Arbeit in der Produktion zum Beispiel an eine Position am Schreibtisch, heißt es auch in der Studie „Neue Wege bis 67 – gesund und leistungsfähig im Beruf“.

Mit dem Leitfaden sollen die Ergebnisse der Untersuchung praktische Umsetzung finden und Führungskräften und Mitarbeitern Hilfestellung geben. Er wird unter anderem von Handelskammer Hamburg und „Zeit“-Stiftung herausgegeben. Für die Studie wurden zwei Metallbetriebe in Hamburg untersucht, die Kupferhütte Aurubis und das Stahlwerk von Arcelor-Mittal.