ALTMOORHAUSEN - Der Bürgerbus hat in 2007 gerade noch so eben die Kurve gekriegt: In Folge der Wiedereröffnung des Zughalts in Wüsting galt es, einen massiven Fahrgastrückgang zu verkraften. 2872 Menschen nutzten im vorigen Jahr den rot-weiß lackierten Flitzer, der seit fünf Jahren für Mobilität im ländlichen Raum sorgt – das sind rund 54 Prozent weniger als in 2006. Das Minus hat den Bürgerbus aber nicht aus der Spur gebracht: Die Fahrgeld-Einnahmen sanken nur um etwa 15 Prozent auf 4654,54 Euro, bilanzierte Vorsitzender Dieter Holsten am Dienstagabend auf der Mitgliederversammlung im Altmoorhauser Krug. Der Grund: Der Fahrgastrückgang war zum größten Teil auf das Umsteigen der Schüler zurückzuführen. Und für den Schülertransport hat der Bürgerbus ohnehin kein Geld kassiert. In 2007 wurden 2311 Schüler weniger als im Vorjahr befördert.
Dass bei einem gleichzeitigen Anstieg der Fahrzeugkosten, die in 2007 aufgrund der Spritpreise und häufigeren Reparaturen auf 12 000 Euro angewachsen sind, die Vereinskasse dennoch einen Überschuss von 1928 Euro aufweist, ist Finanzspritzen von außen zu verdanken. An Sponsorenmitteln wurden 2750 Euro eingeworben, 12 133 Euro sind als Zuschüsse geflossen. Der Zweckverband des Verkehrsverbundes Bremen/Niedersachsen (ZVBN) hat 7500 Euro gezahlt, den Rest hat die Gemeinde Hude beigesteuert. Für die finanzielle Absicherung bedankte sich Holsten. Für 2008 ist er optimistisch: „Die Fahrgastzahlen sind klar steigend.“
Rückenwind bescheren die Ergebnisse einer Fahrgastbefragung, die der ZVBN vom 24. bis 27. September 2007 vorgenommen hat. Demnach ist der Huder Bürgerbus im Verbandsgebiet Primus, was die Bewertung des Angebotes angeht. So schneidet die Linie 255 aus Kundensicht in puncto Preis-/Leistungsverhältnis, Zuverlässigkeit, Sicherheit und Komfort besser ab als die Bürgerbus-Linien in Ganderkesee und Weyhe. Allerdings hat die Befragung auch gezeigt, dass die eigentliche Zielgruppe des Bürgerbusses – Behinderte und mobilitätseingeschränkte Menschen – das Angebot kaum nutzt. Nur 25 Prozent der Fahrgäste sind Rentner. Die Hälfte der Nutzer rekrutiert sich aus Schülern, Auszubildenden und Studenten – was zu einem vergleichsweise niedrigen Altersschnitt von 32,5 Jahren führt (im Verbandsgebiet liegt der Durchschnitt bei 48 Jahren). Lediglich 6,5 Prozent der Fahrgäste hatten einen Schwerbehindertenausweis – das entspricht in absoluten Zahlen nur einem einzigen Busnutzer: Denn im Befragungszeitraum
konnten lediglich 161 Interviews geführt werden – ganze 16 entfielen davon auf den Bürgerbus Hude. ZVBN-Mitarbeiter Stefan Bendrien hält die Zahlen dennoch für repräsentativ. Er schloss daraus, dass das Fahrgastpotenzial besser ausgeschöpft werden könnte.
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