ALTMOORHAUSEN/VIELSTEDT - Altmoorhausen-Hemmelsberg und Vielstedt treten im Kreisentscheid „Unser Dorf soll schöner werden“ an. Vereinsleben im Ort ist wichtiges Kriterium.

von Thomas Bücher

ALTMOORHAUSEN/VIELSTEDT - „Früher ging es vielmehr darum, dass das Gras gemäht, die Zäune gestrichen und die Bänke lackiert – ja das ganze Dorf auf Vordermann gebracht wurde“, sagt Hauke Ellinghusen, Vorsitzender des Bürgervereins Altmoorhausen-Hemmelsberg. Doch heute sind die Kriterien andere: Auf dem Bewertungsbogen, mit dem die Mitglieder der Kreisbewertungskommission durch Altmoorhausen und Vielstedt reisen werden, stehen Punkte wie: „Planungskonzepte zur Dorfentwicklung“, „soziales und kulturelles Leben“, „Bauliche Gestaltung, Entwicklung und Erhaltung der Gebäudesubstanz“.

Die beiden Ortsteile Vielstedt und Altmoorhausen haben sich für den Kreisentscheid beim Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden – Unser Dorf hat Zukunft“ qualifiziert. Ende Mai gewannen beide die Entscheidung auf Gemeindeebene, nun geht es im Landkreis darum, am besten auszusehen.

Anke Janzen ist in die Organisation des Wettbewerbes in Vielstedt eingebunden. Die Schriftführerin des Orts- und Heimatvereins Vielstedt ist sich darüber bewusst, dass mittlerweile viel „moderne“ Kriterien eine Rolle spielen: „Wir haben gepunktet im sozialen und kulturellen Bereich – das Vereinsleben in Vielstedt ist lebendig.“ Darüber hinaus habe wohl eine Rolle gespielt, dass die Gebäudesubstanz erhalten werde, glaubt Janzen. Dazu gehöre etwa ein altes, restauriertes Bauernhaus im Steinweg und die Tempelkate – ein altes, reetgedecktes Haus.

Für die Organisatoren des Wettbewerbes steht neben der Pflege des Dorfes auch im Vordergrund, dass sich die Einwohner mit ihrem Ort beschäftigen. Ellinghusen sieht darin den Vorteil, dass die Dorfgemeinschaft sich so mit den Stärken und den Schwächen ihres Ortes auseinander setzen müsse: „Für uns heißt das auch, dass wir uns die Frage stellen müssen, wo stehen wir jetzt, wo wollen wir in fünf Jahren hin und wohin in zehn Jahren.“


In den Dörfern Altmoorhausen-Hemmelsberg und Vielstedt kommt so einiges in Bewegung. Die Landjugend in Hemmelsberg denkt darüber nach, aus einer Sitzecke eine Grillhütte zu bauen. Die Vielstedter haben sich um das Ehrenmal in „Tempel“ gekümmert. Den Gedenkstein für den deutsch-französischen Krieg 1870/71 haben sie mit einer Messing-Plakette versehen, auf der geschrieben steht, woran der Stein erinnern soll.

Alle drei Jahre schreibt der Landkreis den Wettbewerb der Dörfer aus. Welche Chancen Altmoorhausen-Hemmelsberg und Vielstedt haben, wird sich am kommenden Donnerstag zeigen. In Vielstedt reist die Bewertungskommission gegen 10.10 Uhr an, in Altmoorhausen wird sie nach einer Mittagspause um kurz nach 13 Uhr vorbeischauen.