Wildeshausen - Nach dem Schock steckt Frank Stöver schon wieder voller Tatendrang. „Ich will jetzt möglichst schnell wieder eine neue Halle bauen lassen“, sagt der Besitzer des Bahnhofsgeländes. Auch wenn noch viele rechtliche und versicherungstechnische Fragen nicht geklärt sind, bastelt Stöver schon an einem Zeitplan.

Rückblick: Am späten Nachmittag des 24. Juli stand die 90 Meter lange Halle plötzlich in Flammen. In Windeseile breitete sich das Feuer aus. Ein Großaufgebot der Feuerwehr konnte aber verhindern, dass der Brand auf andere Gebäude übersprang. Die Halle selbst konnten sie aber nicht retten. In den Flammen wurden neben einem eingestellten Auto auch die Hütten für den Weihnachtsmarkt und der Wagen der Karnevalsgesellschaft vernichtet sowie ein umfangreiches Fotoarchiv und eine wertvolle Spielesammlung. Gesamtschaden: deutlich über eine halbe Million Euro.

Fünf Tage nach dem Brand gestand dann ein 15-Jähriger die Tat. Offenbar geriet eine Kokelei außer Kontrolle.

Stöver hatte seine Halle zwar versichert. Doch offenbar war nicht alles Inventar der Mieter ebenfalls abgesichert. Für den Karnevalswagen gab es zum Beispiel keine Police. Und auch wer für die Weihnachtsmarkt-Buden zahlt, ist versicherungstechnisch kompliziert. Möglicherweise könnten die Mieter leer ausgehen.

Stöver würde deshalb gern mit dem 15-Jährigen und seinen Eltern ein klärendes Gespräch führen. „Vielleicht gibt es ja eine Haftpflichtversicherung.“ Doch die Polizei habe keinen Kontakt zu dem Jugendlichen zugelassen. Er solle sich mit einem Anwalt an die Staatsanwaltschaft wenden, habe man ihm gesagt.


Trotz vieler offener Fragen will der Unternehmer schnell die Trümmer entsorgen lassen. „Zunächst war der Bereich ja polizeilich gesperrt. Jetzt kann ich aber Angebote einholen“, so Stöver. Und vielleicht könne der Bereich schon im September abgeräumt werden.

Anschließend will er auf jeden Fall „so schnell wie möglich“ neu bauen. „Ob das eine Holz- oder Stahlkonstruktion wird, weiß ich noch nicht.“ Da Stöver entsprechend versichert war, könnte ein Neubau bereits 2016 stehen.

Und unabhängig von der Haftungsfrage ist er auch in Sachen Weihnachtsmarkt zuversichtlich. „Natürlich wird er wieder stattfinden. Und die Bunden werden noch schöner“, ist er sicher. Das sei zwar viel Arbeit. Doch die wolle er zusammen mit Frank Stauga vom Alten Amtshaus und einigen Unterstützern bald angehen.

Jasper Rittner
Jasper Rittner Chefreporter Oldenburg-Stadt/Ammerland