Nordenham - „Ohne diese Einrichtung hätten wir ein Problem“, stellte Bürgermeister Hans Francksen fest. Von Jörn Wettermann, stellvertretender Vorsitzender der Stiftung Bürgerhaus Nordenham, vorgelegte Zahlen untermauerten diese Aussage. In der Unterweserstadt versorgt die Nordenhamer Tafel derzeit rund 200 bedürftige Haushalte mit insgesamt 600 Personen. Mit den Ausgabestellen in Brake, Rodenkirchen und Burhave sind es zusammen 435 Haushalte mit rund 1500 Familienmitgliedern.
Gemeinsam mit Sozial- und Ordnungsamtsleiter Rudi Müller und Pastorin Heike Boelmann-Derra stattete der Bürgermeister der Tafel seinen traditionellen Weihnachtsbesuch ab, um bei der letzten Ausgabe von Lebensmitteln in diesem Jahr zeitweise auch selbst mit Hand anzulegen.
„Dank einiger großer Spenden und Hilfen von Firmen und Institutionen haben wir einen gut gedeckten Tisch. Doch den müssen sich mehr Bedürftige als zuvor teilen“, erläuterte Fred Memenga, Gründer der Tafel und Vorsitzender der Stiftung. Durch die Flüchtlinge sei die Zahl der Tafelnutzer in den vergangenen Monaten deutlich angestiegen.
Mit rund 2000 Euro im Monat bezifferte Hilko Schütte, im Vorstand der Stiftung für die Finanzen zuständig, die monatlichen Kosten der Tafel, die ausschließlich aus Spenden finanziert werden müssen. Nicht nur dabei, sondern auch bei der Beschaffung von Lebensmitteln sei die Tafel an ihre Grenzen gestoßen.
Während Pastorin Heike Boelmann-Derra die unkomplizierte sehr hilfreiche Tätigkeit der Einrichtung lobte und Marie-Louise Gericke, Rechtsbeistand der Stiftung, auf die dort entstehenden vielen persönlichen Kontakte hinwies, galt der Dank des Bürgermeister insbesondere den zahlreichen Helfern.
Ehrenamtlich sind derzeit 35 Helfer und Betreuer für die Nordenhamer Tafel tätig, davon 20 in der Unterweserstadt. Für einige Helfer sei das Bürgerhaus bereits zu einem Zuhause geworden, berichtete Rudi Müller, der die Stadt Nordenham im Vorstand der Stiftung vertritt.
Einig war sich die Runde, dass das Bürgerhaus mit Tafel, Arbeitslosenzentrum, Fahrradwerkstatt und Teestube schon vielen Menschen eine erfolgreiche Rückkehr in Gesellschaft und Arbeitswelt ermöglicht hat.
