AMELHAUSEN - Sie sind schwer – so um die 700 bis 800 Kilogramm – und sie haben ein überaus sanftes Gemüt: Kaltblüter waren in früheren Zeiten als Arbeitspferde in der Landwirtschaft und in der Industrie im Dauereinsatz. Heute sind sie nur noch selten anzutreffen, zum Beispiel als Rückepferde in der Forstwirtschaft.
Die schweren Tiere werden heute auch als Freizeit- und Familienpferde geschätzt. So gibt es seit 1998 die „Freunde der Kaltblutpferde“ aus dem Raum Diepholz. Die mehr als 20 Kaltblutbesitzer treffen sich zweimal im Jahr zu einer Ausfahrt, organisieren auch eigene Veranstaltungen, auf denen gezeigt wird, was „Shirehorse“, „Belgier“ oder „Deutsches Kaltblut“ so alles können, wie Heinrich Dreyer aus Neubruchhausen berichtet.
Dreyer war zusammen mit weiteren Kaltblutfreunden am Sonntag nach Amelhausen gekommen. Auf dem Hof der Familie Wilkens wurden die schweren Pferde vor Kutschen und Planwagen gespannt, um gemeinsam eine etwa 15 Kilometer lange Rundfahrt über Bakenhus und Hellbusch zu unternehmen.
Christine Rebentisch aus Wildeshausen, Besitzerin des 15-jährigen Shirhorses Jasper, hatte dieses Mal die Tour organisiert. Der Hengst Jasper führte denn auch den Korso an, gelenkt von Nele Wilkens. Dabei machte er eine gute Figur. „Er ist sehr gut drauf“, freut sich Christine Rebentisch, dass es dem vierbeinigen Freund so gut geht. Jasper hatte Mitte Dezember 2006 für Aufsehen gesorgt, als er in einer dramatischen Rettungsaktion in Aumühle von zahlreichen Helfern erst nach mehr als zwei Stunden aus einem tiefen Graben befreit werden konnte, in den er eingesunken war.
