Ammerland - Bad Zwischenahn liegt auf Rang 83, Westerstede auf Platz 60, Edewecht auf Position 47 und Rastede steht gar an 30. Stelle. In der Region ebenfalls gut abgeschnitten hat Friesoythe, das mit Platz 49 gerade noch in die Top 50 gerutscht ist. Wiefelstede und Apen sind wegen zu geringer Einwohnerzahlen nicht berücksichtigt worden.
Das Standortanalyse-Unternehmen „Contor“ und die Zeitschrift „Kommunal“ haben deutschlandweit alle 581 Städte und Gemeinden zwischen 20 000 und 75 000 Einwohner unter die Lupe genommen und ein Ranking erstellt. Das Resultat: Eine Liste, die Auskunft gibt über die aufstrebenden Kommunen der Republik. „Für jede Gemeinde wurden bis zu 67 Indikatoren ausgewertet und gewichtet“, erklärt Henner Lüttich, der die Studie mit dem selbst entwickelten Standortanalyse-Tool „Contor-Regio“ durchgeführt und ausgewertet hat. Das Programm richtet sich an Wirtschaftsförderungs-Gesellschaften und speist sich aus Daten, die vorwiegend von Statistischen Bundes- und Landesämtern stammen.
Wichtig ist der Trend
Ein erstes Ergebnis: Vor allem im Süden Deutschlands, im Berliner Speckgürtel und im Nordwesten gibt es besonders viele Orte, die sich in der jüngeren Vergangenheit auffallend positiv entwickelt haben. Verantwortlich für die guten Platzierungen der Ammerland-Kommunen in dem Ranking sind beispielsweise Faktoren wie der Arbeitslosenquote, Kriminalitätsrate und Wanderungssaldo der Bevölkerung, aber auch infrastrukturelle Gesichtspunkte wie Häfen, Flughäfen und Autobahnen, Universitäten, Hotels oder das Wohnraumangebot. Gänzlich außer Acht gelassen wurden weiche, also nicht messbare Gegebenheiten, die ein Ranking, gerade auf das Ammerland bezogen, noch einmal hätten weiter positiv beeinflussen können. Dazu gehören etwa die landschaftliche Schönheit oder der Zusammenhalt unter den Menschen.
Der Schwerpunkt lag jedoch im Bereich der Ökonomie, denn, so heißt es in der Studie, „eine starke Wirtschaft sichert letztlich die Finanzierung des Gemeinwohls“. Besonders berücksichtigt wurde in diesem Zusammenhang die Entwicklung unter Berücksichtigung der Frage: „In welchen Städten und Gemeinden haben sich die Lebensbedingungen für die Menschen verbessert?“ Wichtig ist also der Trend, betrachtet über einen Zeitraum von mehreren Jahren, in Bezug auf die Anziehungskraft einer Stadt auf die Menschen, die soziale Sicherheit mit der Möglichkeit, sich finanziell zu verbessern, und den heutzutage bedeutungsvollen Komplex des Wohnungsbaus.
Auf Platz eins des Rankings ist übrigens Werder (Havel) vor den Toren Berlins gelandet. Viele Zuzüge, eine äußerst positive Entwicklung des verfügbaren Einkommens, und, damit einhergehend, eine beeindruckende Entwicklung bei den erteilten Baugenehmigungen, sichern der 25 000-Seelen-Stadt den Platz auf dem Siegerpodest. Schlusslicht auf Platz 581 wurde die Kreisstadt St. Wendel im Saarland.
Drei Indikatoren
Für die top-platzierten Kommunen im Ammerland, Rastede und Edewecht, sind vor allem drei Indikatoren ausschlaggebend: die niedrige Arbeitslosenquote, die geringe Kriminalität und der positive Wanderungssaldo – das Ammerland ist bekanntermaßen gut beschäftigt, nicht sonderlich gefährlich und, nicht zuletzt deshalb, überaus beliebt als Lebensraum.
