AMMERLAND - Auch wenn der Anstieg der Arbeitslosenquote um einen ganzen Prozentpunkt auf nunmehr 6,3 Prozent im Januar durchaus deutlich ausfiel, blickt Heinz Rimkus optimistisch nach vorn: „Der Winter hat den Arbeitsmarkt weiter sehr fest im Griff“, sieht er die Januarzahlen vor allem saisonbedingt – zumal es im Vergleich zum Vorjahresmonat (6,6 Prozent) einen Rückgang gab.
Viele Wiedereinstellungen
Viel wichtiger für den Geschäftsstellenleiter der Agentur für Arbeit Bad Zwischenahn sind deshalb auch andere Parameter: „Wir haben weniger frühzeitige Arbeitslosigkeitsmeldungen bekommen, die Stellenangebote haben sich gut entwickelt und wir haben eine Rücklauf bei der Kurzarbeit.“ Besonders optimistisch allerdings stimmt Rimkus, dass bereits 632 Menschen eine feste Zusage auf Wiedereinstellung hätten. Vor allem statistischen Wert hat die Tatsache, dass die Geschäftsstelle im Agenturbezirk Oldenburg den Spitzenplatz an den Landkreis Oldenburg (6,1 Prozent) verloren hat.
In absoluten Zahlen bedeuteten die 6,3 Prozent: 3788 Menschen waren im Januar im Ammerland arbeitslos. 2160 davon (544 mehr als im Dezember 2010) entfielen auf den Bereich des Sozialgesetzbuches III und damit in die Zuständigkeit der Agentur für Arbeit. 1628 Menschen (plus 76) wurden vom Jobcenter des Landkreises betreut.
Dessen Geschäftsführer Ralf Geerdes sieht vor allem die Situation im Bereich der Vermittlung von Jugendlichen als „sehr günstig“ an. Mit neun Prozent oder 157 weniger Menschen im Bestand als im gleichen Monat des Vorjahres sieht Geerdes einen anhaltend positiven Trend – „und das, obwohl wir die Maßnahmen zurückgeschraubt haben“. Vor allem bei den Arbeitslosen im Alter von 15 bis 25 Jahren sei das Minus mit 14,5 Prozent erfreulich hoch ausgefallen. Aber auch bei den älteren Klienten sei die Lage mit minus 3,4 Prozent ähnlich positiv. Im Rahmen des „Projektes 50plus“, mit dem gezielt ältere Arbeitslose wieder in den Arbeitsmarkt integriert werden sollen, liefen derzeit die Einzelgespräche.
Fachkräfte gesucht
Auch Arbeitsvermittler Wolfgang Meier verwies auf die „positive Entwicklung“ der Stellensituation: „Wir haben ein Drittel mehr im Zugang als im Vorjahr.“ Zum Teil seien dies Stellen im Vorgriff auf die Saison in Baumschulen und im Hotel- und Gaststättengewerbe. Aber auch Fachkräfte würden vermehrt gesucht, vor allem im Pflegebereich steige die Nachfrage von Arbeitgebern.
Für die Ammerlandgemeinden ergibt sich folgendes Bild: 951 der 3788 arbeitslos gemeldeten Menschen stammen aus Bad Zwischenahn, 803 aus Westerstede, 632 leben in Edewecht, 533 in Rastede, 472 in Wiefelstede und 397 in Apen.
Erfreulich auch die Entwicklung der Bedarfsgemeinschaften. Deren Zahl sei auf 3106 im Januar gesunken – und liege damit um rund 200 unter der des Vorjahresmonats. Einzige Erklärung, so Geerdes: „Die Leute gehen in Beschäftigung.“
