AMMERLAND - Mit deutlicher Kritik an der Politik hat der alte und neue Vorsitzende des Ammerländer Landvolkverbandes Manfred Gerken sich an die rund 180 Delegierten der Generalversammlung in Ohrwege gewandt: „Es heißt immer, die bäuerliche Landwirtschaft soll unterstützt werden. Das Handeln ist aber ganz anders: Die Politik trifft mit ihren Entscheidungen die kleinen, die bäuerlichen Betriebe.“
Ob Umwelt- oder Tierschutz – immer neue Forderungen würden die Landwirte unter Druck setzen. Deutschland und speziell Niedersachsen sei im Tierschutz Vorreiter. „Ich bin überrascht, wie weit Minister Lindemann da vorprescht“, so Gerken. „Jetzt soll noch was draufgesattelt werden.“ Angesichts von Investoren, die sich auf diesem Feld tummeln, forderte er für die Landwirtschaft einen „Ausbildungszwang für Tierhaltung.“ Ebenso sei als Folge des Verbotes der Käfighaltung ein Importverbot von Eiern aus solcher Haltung aus anderen Ländern konsequent.
Die Politik habe aber nicht nur versagt, konterte Gastredner Franz-Josef Holzenkamp aus Garthe (Kreis Cloppenburg). Der agrarpolitische Sprecher der CDU-Bundestagsfraktion verwies auf die Vorsteuerpauschalierung oder die Exportförderung. Zugleich betonte er, dass der Strukturwandel in der Landwirtschaft nicht aufzuhalten sei. „Wir müssen uns aber um eine soziale Ausgewogenheit bemühen.“
Seit Jahren steige der Verbrauch stärker als die Produktion – „ein idealer Nährboden für Spekulationen“. Darauf könne es nur eine Antwort geben: die Produktion weiter intensivieren. Dazu müsse der Flächenverbrauch von derzeit 120 Hektar pro Tag reduziert werden. Denn: Auf mehr oder weniger derselben Fläche müsse bis 2050 doppelt soviel erzeugt werden.
Holzenkamp, auch Vizepräsident des Niedersächsischen Landvolkverbandes, räumte aber auch ein Imageproblem der Branche ein. „Wir müssen die Landwirtschaft noch besser im Bewusstsein der Bevölkerung verankern. Aber ohne Geld geht das nicht.“
