AMMERLAND - Ein ernstes Thema stand im Mittelpunkt der jüngsten Mitgliederversammlung der Forstbetriebsgemeinschaft „Waldbauverein Ammerland“: das Sterben von Eschentrieben. Um sich ein Bild vom aktuellen Zustand der Bäume zu machen, trafen sich die Teilnehmer vor der Generalversammlung in den Gristeder Büschen, wo Dr. Ulrich Bressem von der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt in Göttingen die Probleme in den Eschenbeständen erläuterte.

„Die Erkrankung der Bäume ist mittlerweile weit verbreitet“, sagte Ulrich Bressem. Nach Angaben der Forstbetriebsgemeinschaft trete das Eschentriebsterben seit Beginn dieses Jahres im gesamten Bereich des Forstamtes Oldenburg auf, in dem die Bestände des Ammerlands mit am stärksten betroffen seien. Grund dafür ist die vermehrte Aufforstung mit Eschen, die jetzt teilweise einen Totalbefall mit einem Pilz aufweisen, der die Schäden verursacht. Forscher haben ihn als Hymenoscyphus albidus (Weißes Stengelbecherchen) identifiziert.

Noch unbekannt sind derzeit die Infektionswege des Pilzes sowie Gegenmaßnahmen. „Es gibt noch viele offene Fragen“, sagte Ulrich Bressem. „Eine davon ist, warum der Pilz erst jetzt Schäden anrichtet, obwohl er bereits seit 150 Jahren bekannt ist.“ Eine mögliche Erklärung sei, dass eine genetische Veränderung vorliegen könnte.

Als typische Krankheitsmerkmale des Eschentriebsterbens treten an Bäumen aller Altersstufen und an unterschiedlichen Standorten auffällige Schäden an den Trieben auf. Sie sind erkennbar an kupferrötlichen bis ockergelblichen Rindenverfärbungen ohne Schleimfluss. Unterhalb der abgestorbenen Eschenrinde ist in den Trieben eine schwach bräunliche bis braunschwarze Holzverfärbung zu sehen.

Nach dem Absterben des Leittriebes folgt meist ein verstärkter Neuaustrieb, welcher zu einer veränderten Zweigstruktur in der Eschenkrone führt. Im fortgeschrittenen Krankheitsstadium sterben ganze Kronenteile oder der gesamte Baum ab. Der Krankheitsprozess verläuft bei Jungpflanzen schneller als bei Altbäumen. Die geschwächten Pflanzen werden meist noch von Folgepilzen über das abgestorbene Rindengewebe besiedelt, wodurch häufig Rindenrisse oder eingesenkte Rindenpartien entstehen.


Zum gegenwärtigen Zeitpunkt kann laut Forstbetriebsgemeinschaft noch nicht eingeschätzt werden, wie sich das Eschentriebsterben weiter entwickelt und welche langfristigen Folgen durch die Krankheit zu erwarten sind. Derzeit könne lediglich zur Kontrolle auf mögliche Folgeschädlinge geraten werden.