AMMERLAND - Der Dioxin-Skandal hat jetzt auch den Landkreis Ammerland erreicht. Nach Auskunft von Kreisveterinär Dr. Frank Meyer stand auf der Lieferliste des Futtermittelproduzenten aus Schleswig-Holstein ein hiesiger landwirtschaftlicher Betrieb. „Das bedeutet aber noch nicht, dass der zugelassene Höchstgehalt überschritten wurde. Es wurden erst einmal Proben genommen, die jetzt untersucht werden“, teilte Meyer mit. In ein bis zwei Wochen könne man mit dem Ergebnis rechnen.

Sollte sich der Verdacht erhärten, dass Profitgier hinter dem Skandal um verseuchtes Tierfutter stecke, fordert der Ammerländer Landvolk-Vorsitzende Manfred Gerken ein hartes Vorgehen gegen die Verursacher. „Gerade in der Landwirtschaft gibt es ein Qualitätssicherungssystem, an das wir uns alle strikt halten müssen. Schließlich geht es um Lebensmittel.“

Für die betroffenen Landwirte, in diesem Fall Geflügel- und Schweinehalter, sei das eine äußerst schwierige Situation. „Die Eier dürfen nicht verkauft werden. Die Tiere müssen weitergefüttert werden, bis das Ergebnis feststeht. Dadurch entstehen Kosten. Und wenn sie hinterher doch unbelastet sind, gibt es beim Vermarkten noch Abzüge, weil das Normgewicht nicht eingehalten werden konnte. So ein Vorfall kann für einen Betrieb sogar existenzbedrohend sein“, erläutert Gerken. Aber er sieht auch Positives: „Dieser Skandal zeigt, dass unser Kontrollsystem greift, und dass dem Verbraucher gegenüber nichts verheimlicht werden kann.“

Kerstin Schumann
Kerstin Schumann Redaktion Westerstede