AMMERLAND - Die Zeit der Rhododendronblüte ist lange vorbei, dennoch gibt es in diesen Tagen für zahlreiche Touristen gute Gründe, gegenüber vom Linsweger Park anzuhalten und ein Foto zu machen. Ein Meer von blau blühenden Pflanzen, umschwirrt von unzähligen Insekten, zieht die Blicke auf sich. Hier ist einer von sieben Blühstreifen im gesamten Ammerland entstanden. Dabei handelt es sich um ein Pilotprojekt des Ammerländer Landvolkverbandes, der mit Unterstützung des Landkreises sechs Landwirte und den Eigentümer des Rhodoparks überzeugen konnte, Ländereien für den Naturschutz zur Verfügung zu stellen.

Wie Dr. Tatjana Hoppe vom Landvolkverband erläutert, soll mit dieser Maßnahme Lebensraum und Nahrung für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Insekten geschaffen werden. „Bis vor wenigen Jahrzehnten waren bunt blühende Wiesen die Hauptnahrungsquelle. Durch die veränderten Rahmenbedingungen in der Landwirtschaft und das damit einhergehende Verschwinden der Wildkräuter auf dem Acker und auf dem Grünland sowie fortschreitende Flächenversiegelung haben sich das Nahrungsangebot und damit die Lebensgrundlage für die Insekten deutlich verringert“, beschreibt die Expertin die Situation. Bedroht seien inzwischen auch zahlreiche heimische Insektenarten. Um das zu verhindern, hat sich ein eigener Arbeitskreis gegründet. Ihm gehören verschiedene Organisationen an, die ihr Fachwissen zusammentragen und Maßnahmen zum Erhalt der Artenvielfalt entwickeln.

Für Bernd Laue, Landwirt aus Linswege-Petersfeld, war es eine Selbstverständlichkeit, einen Teil seines Ackers zur Einsaat von Blühpflanzen zur Verfügung zu stellen. Und mit großer Freude sieht er, wie die Insekten das Nahrungsangebot annehmen. „Aber auch viele Radfahrer und Touristen halten an. Es sieht einfach schön aus“, findet er. Und tatsächlich ändert sich mit der Jahreszeit sogar die dominierende Farbe des Blühstreifens – je nachdem, welche Pflanzen gerade vorherrschen.