Ammerland - Das Ammerland ist eine Pendler-Hochburg. 69 Prozent der Arbeitnehmer fahren zu ihrem Job in einen anderen Ort, 50 Prozent sogar über die Kreisgrenze. Allein nach Oldenburg pendeln 12 500 Ammerländer. Viele nutzen das Auto. Aber auch Busse und Bahnen sind beliebt. Doch fahren die Menschen eher gezwungenermaßen mit den Öffis, oder sind sie auch zufrieden mit dem Angebot?

Der VBN (Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen) macht regelmäßig Zufriedenheitsumfragen. Die neueste wird am Mittwoch, 21. August, 16 Uhr, im Wirtschaftsausschuss des Landkreises im Kreishaus vorgestellt. Im Juni wurden 1825 Menschen in den Bussen im Ammerland befragt. Zudem gab es eine repräsentative Telefonumfrage im gesamten VBN-Gebiet.

In den Bussen konnten Fahrgäste auf den Linien 330, 340, 350, 380, S35 sowie 360 und 366 ihre Meinung sagen. Und die fiel durchaus gut aus. Die beste (Schul-)Note gab es mit einer 1,44 für das Platzangebot in den Bussen, es folgten die Busfahrer (1,46). Mit einer 1,60 gab es auch eine ausgezeichnete Note für die Pünktlichkeit. Informationen im Fahrzeug wurden mit 1,65 bewertet, der Komfort erhielt eine 1,78. Mit einer 2,32 schnitt der Fahrplan ab.

Hier gab es aber deutliche Unterschiede. Die Linie 366 (Augustfehn-Apen-Westerstede) bekam eine 1,97. Knapp dahinter mit einer 2,02 die S35, die Schnellbuslinie von Westerstede nach Oldenburg.

KOMMENTAR Gute Seiten, schlechte Seiten

Jasper Rittner

Eine Top-Note für Sauberkeit erhielt die 350 (Westerstede, Zwischenahn-Oldenburg). Sie schnitt auch beim Komfort am besten ab.

Sehr ordentlich schnitten auch die Haltestellen ab: Komfort (Note 2,5), Sauberkeit (2,44), Sicherheit (1,83), Informationsangebot (1,82).


Bei der Telefonumfrage für das VBN-Kundenbarometer gab es hingegen deutlich schlechtere Noten. Im Schnitt gab es für das gesamte Netzgebiet eine 2,69. Das Ammerland lag mit einem Mittelwert von 2,59 leicht besser. Auch gegenüber früheren Umfragen gab es hier eine leichte Verbesserung.

Größtes Manko aus Kundensicht sind beim VBN die Informationen zu Verspätungen. Hier gab es die Note 3,44. Was wohl vor allem ein Thema bei Zugverspätungen ist. Das Preis-Leistungs-Verhältnis wurde mit 3,35 ebenfalls nur unterdurchschnittlich bewertet. Die Sicherheit an Haltestellen abends lag gefühlt bei 3,24 – und damit deutlich schlechter als bei den Bussen im Ammerland.

Ebenfalls kritisch bewertet wurden das Tarifsystem generell, die Sauberkeit von Haltepunkten/Bahnhöfen und der Komfort dort. Auch die Fahrkartenautomaten gefielen nicht.

Dafür konnte der VBN mit der Schnelligkeit der Beförderung punkten (Note 2,47). Das Info-Angebot für Smartphones bekam eine 2,49, das Personal eine 2,57 und auch das Streckennetz (2,67) gehörte noch zu den besser bewerteten Bereichen. Die Ammerländer gaben hier tendenziell in allen Bereichen leicht bessere Noten als der VBN-Durchschnitt.

Jasper Rittner
Jasper Rittner Chefreporter Oldenburg-Stadt/Ammerland