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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Steinhoff kommt noch nicht zur Ruhe

03.01.2018

Amsterdam /Oldenburg Der von Südafrika aus geführte Möbel- und Handelskonzern Steinhoff ist auch über den Jahreswechsel nicht zur Ruhe gekommen. Im Gegenteil: Der Bilanzskandal weitet sich im Hinblick auf den fraglichen Zeitraum noch aus. Allerdings geht es bei der Kontrolle früherer Bilanzen durch neue Prüfer von Price Waterhouse Coopers (PWC) offenbar relativ zügig voran.

Steinhoff teilte am Dienstag vor dem Frankfurter Börsenstart im neuen Jahr mit, die interne Bearbeitung der „Bilanz-Unregelmäßigkeiten“ durch das Management und PWC würden andauern. Zugleich gibt es einige neue Erkenntnisse. Nun stehen demnach auch Bilanzen des Konzerns bzw. seines namentlichen Vorgängers aus dem Jahr 2015 auf dem Prüfstand und müssen angepasst werden.

Der Konzern berichtete zudem, dass „Bilanz-Unregelmäßigkeiten“ auch die Bilanzen 2016 und 2015 der Gesellschaft Steinhoff Investment Holdings betreffen. Hier gehe es um das Eigentum bestimmter europäischer Töchter bis zum 1. April 2016. Auch für die Jahre vor 2015 seien Korrekturen „wahrscheinlich notwendig“.

Bisher wurden die Bilanzen des im MDax notierten Mutterkonzerns zum Geschäftsjahr 2015/16 und zum Geschäftsjahr 2016/17 (jeweils Ende September) fraglich. Ob bzw. in welchem Zeitraum nun auch für Steinhoff selbst letztlich Änderungen vorheriger Jahre nötig seien, werde noch geprüft, hieß es. Noch sei unklar, wann die Prüfung der Zahlenwerke abgeschlossen werden könne.

Aus regionaler Sicht rückt derweil das Thema Steinhoff-Konzern mindestens geografisch immer näher Richtung Norddeutschland, je weiter der Zeithorizont der Bilanz-Nachbesserungen für den Konzern bzw. einzelne Gesellschaften wird. Denn im Jahr 2015 gab es es eine Razzia der Staatsanwaltschaft Oldenburg zu Vorgängen im Konzern. Auch Gebäude im Raum Westerstede, einem zentralen Standort des Europa-Geschäfts, wurden durchsucht. Es ging damals um den Verdacht auf Bilanzfälschung. Die Ermittlungen dauern nach letztem Stand der Dinge an. Inwieweit es Kontakt nach Südafrika gibt, blieb unklar.

Steinhoff war im Dezember 2017 mit dem Bekanntwerden von Unregelmäßigkeiten in eine tiefe Krise gestürzt. Der ehemalige Chef Markus Jooste musste gehen, auch der südafrikanische Geschäftsmann und Hauptaktionär Christo Wiese räumte wichtige Posten. Der amtierende Vorstandschef Danie van der Merwe ringt mit Geldgebern. Der Aktienkurs fiel zeitweilig auf unter 30 Cent. Am Dienstag stieg er um rund zehn Prozent auf 35 Cent.

Der Steinhoff-Konzern hat seine Wurzeln in Westerstede (Ammerland). Bruno Steinhoff gründete dort in den 60er Jahren eine Handelsvertretung. Daraus wurde ein börsennotierter Weltkonzern. Viele Fonds, weitere große Investoren sowie Privatanleger sind heute beteiligt.

Rüdiger zu Klampen
Redaktionsleitung
Wirtschaftsredaktion
Tel:
0441 9988 2040