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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Bewegung Im Aufsichtsrat: Ende einer Ära bei Möbel Steinhoff

02.03.2018

Amsterdam /Westerstede /Rastede Beim Möbel- und Handelskonzern Steinhoff International ist seit Wochen extrem viel in Bewegung. Jetzt geht der Gründer Bruno Steinhoff (80) von Bord. Er zog sich mit sofortiger Wirkung aus dem Aufsichtsrat des von Südafrika aus geführten und in Amsterdam registrierten Unternehmens zurück, wie aus einer Börsenmitteilung hervorgeht. Der Rückzug geschah einige Wochen vorzeitig. Denn zur Hauptversammlung am 20. April hätte seine satzungsgemäß mögliche Maximaldauer im Aufsichtsrat ohnehin geendet, hieß es beim Unternehmen.

„Entsetzt wie andere“

Ebenfalls schieden aktuell Claas E. Daun (75) aus Rastede und noch zwei weitere (südafrikanische) Mitglieder aus dem Gremium aus. Der Südafrika-Freund Daun (als früher Investor und Konsul) gilt als wichtiger Impulsgeber für Steinhoff, der sein Unternehmen 1998 in Johannesburg an die Börse brachte. Seither waren Steinhoff und Daun im Aufsichtsrat des Konzerns, der damals weitere Großaktionäre bekam.

Bruno Steinhoff, der in den 60er Jahren mit einer Handelsagentur in Westerstede den Grundstein für den heutigen Konzern legte, dürften nach letzten Angaben mittlerweile weniger als fünf Prozent der Anteile zugerechnet werden. Als minimal gilt der noch verbliebene Anteil Dauns.

Der Wechsel im Aufsichtsrat sei „so vorgesehen gewesen“, erläuterte Daun, der zurzeit in Kapstadt ist, gegenüber dieser Zeitung. „Die Zeit lief ab.“ Zum Bilanz-Skandal bei dem Möbelriesen meinte der Ammerländer gegenüber dieser Zeitung: „Ich war genauso erschrocken und entsetzt wie andere.“

Unterm Strich geht mit dem Ausscheiden weiterer Persönlichkeiten die Erneuerung des Aufsichtsgremiums bei Steinhoff weiter. Bei der Hauptversammlung am 20. April sollen sechs neue unabhängige Aufseher vorgeschlagen werden und ein möglichst klares Mandat der Aktionäre bekommen. Zu den vier Aufsichtsräten, die erneut kandidieren, gehört Bruno Steinhoffs Tochter Angela Krüger-Steinhoff, die die Familien-Holding in Westerstede leitet.

Der Steinhoff-Konzern wird seit Dezember von dem Bilanz-Skandal erschüttert. Der Aktienkurs brach gegenüber dem Börsengang in Frankfurt Ende 2015 um mehr als 90 Prozent ein. Möglicherweise waren Vermögenswerte zu hoch angesetzt worden. Bisher konnte der Konzern mit unabhängigen Prüfern nur wenig Licht in die umstrittenen Vorgänge bringen.

„Wir sind so frustriert, wie auch Sie sein müssen, dass es noch nicht möglich ist, mehr Informationen zu liefern“, schrieb Steinhoff-Chefin Heather Sonn in einem Brief an die Aktionäre. Die meisten Unregelmäßigkeiten, die bisher erkennbar seien, gebe es in den europäischen Teilen des Konzerns. Hier laufen Fäden in Westerstede zusammen. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelt.

Zahlen für Quartal

In seiner jetzt veröffentlichten Zwischenbilanz für das erste Geschäftsquartal 2017/2018 wies Steinhoff einen Handelsumsatz von 4,86 Milliarden Euro aus – rund fünf Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Zu Gewinn oder Verlust äußerte man sich nicht. Die deutsche Tochter Poco wurde nun nur anteilig einbezogen. „Erstmals wieder ehrliche Zahlen“ schrieb das „Handelsblatt“.

Neue Probleme ergaben sich in Südafrika: Die Börse dort setzte den Handel mit Steinhoff-Vorzugsaktien aus. Grund seien nicht fristgerecht vorgelegte Bilanzen.

Rüdiger zu Klampen Redaktionsleitung / Wirtschaftsredaktion
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