Eversten - Einige sind noch übrig geblieben: Rot blühen zurzeit ein paar Tulpen am Rande des Wanderweges am Küstenkanal in der Nähe des Achterdieks. Es hätten viel mehr sein können, so wie in den Vorjahren. Doch Ende April hat das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Oldenburg hier nicht nur das Gras, sondern auch die Frühlingsboten abgemäht, einige wurden sogar ausgestochen und abtransportiert.
Anlieger Rudolf Schwartz, der, eigenen Angaben zufolge, zusammen mit anderen Anwohnern seit fast zehn Jahren dafür sorgt, dass es am Deich blüht, ist entsetzt. „Wir haben oft von Spaziergängern Lob für die tolle Bepflanzung bekommen, und nun das.“
Auch Anwohnerin Angelika Koehn-Mönning kritisiert die Zerstörung der Blumen. Woanders würden Bürgervereine oder Privatpersonen die Grünstreifen von Straßenzügen bepflanzen. Gundomar Seifert, der in Eigeninitiative Grünflächen mit Narzissen verschönert hat, ist dafür sogar als ,Oldenburger des Jahres’ vorgeschlagen worden.
Eigentlich seien solche Bepflanzungen am Damm des Küstenkanals verboten, sagt Dieter Höffmann, Leiter der WSA-Außenstelle Oldenburg, auf Nachfrage. „Wir dulden diese Begrünung, solange sie nicht unsere Arbeitsabläufe beeinträchtigt“, betont er. Und genau das, sei in diesem Jahr der Fall gewesen. Im abschüssigen Wanderweg hätten sich tiefe Spurrillen gebildet. Um der Verkehrssicherungspflicht nachzukommen habe man diese Strecke mit Schotter ausbessern wollen, vor dieser Arbeit sei links und rechts des Weges gemäht worden. „Da wurden auch Blumen ausgestochen, die dann auf den Kompost kamen“, sagt Höffmann. Im Gegenzug hätten seine Mitarbeiter Sträucher, wie zum Beispiel Hasel und Traubenkirsche, gesetzt. „Das sind typische Gewächse für diesen Damm, denn sie halten mit ihren Wurzeln das Erdreich fest.“
Gerade dieser Bereich am Küstenkanal sei brisant, so der Bauingenieur. „Der Damm fällt zum Achterdiek besonders steil ab. Die Flächen dort liegen einen Meter unter dem Wasserspiegel des Küstenkanals und dahinter fließt die Mühlenhunte. Mit der Durchwurzelung der Sträucher erhalten wir die Festigkeit des Deiches. Es geht hier um den Hochwasserschutz.“
