Brake - Geschäftig geht es beim Entladen des Frachters Sunshine im Braker Seehafen zu: Container werden per Kran aus dem Laderaum befördert, sein nächstes Ziel ist die russische Hafenstadt Noworossijsk am schwarzen Meer. Es ist Zufall, dass an diesem Tag auch die Kontrolleure der Wasserschutzpolizei aus dieser Region stammen. Gemeinsam mit Polizeihauptkommissar Ludger Triphaus gehen Neli Kenarova und Stanislav Stankov von der bulgarischen Maritime Administration an Bord.
Durch das europäische Netzwerk Aquapol gibt es nämlich einen Austausch zwischen Wasserschutzpolizisten aus 23 Mitgliedsorganisationen. „Der Austausch gibt uns die Möglichkeit, voneinander zu lernen und die Inspektionen in Europa zu harmonisieren“, sagt Neli Kenarova. Ihr Kollege und sie kämen aus den Hafenstädten Burgas und Varna.
Im Juli war der Braker Polizist Ludger Triphaus in Bulgarien zu Gast, um dort zu sehen, wie der Schwefelgehalt im Schiffstreibstoff kontrolliert wird. „Ich kenne die beiden schon von meiner Zeit am Schwarzen Meer“, sagt der deutsche Kollege, der dort auch den Strand genoss. Gern hätten die Kollegen auch abends etwa mit ihm unternommen. Ludger Triphaus will sich nun revanchieren.
Die Deutschland-Erfahrung beginnt mit der Überprüfung des Abfalls des Frachters. Jede Schiffbesatzung müsse darüber Buch führen, wo der Abfall entsorgt würde. An Bord wird kontrolliert, ob die Angaben mit der Realität übereinstimmen. Ein praktischer Vorteil des Austauschs: Die Besatzung der Sunshine besteht aus Ukrainern, Russen und Georgiern. Das Gespräch beginnen die Gäste aus Bulgarien. „Die Sprachen sind sehr ähnlich“, erklärt Ludger Triphaus.
An den Abfalltonnen angekommen, wird kurz der Inhalt kontrolliert, dann werden die Papiere überprüft. Im Anschluss geht es an Bord eines Bootes der Wasserschutzpolizei, um in Nordenham zwei Frachter zu kontrollieren. Mit Besuchen in Bremen und Wilhelmshaven wird der Austausch fortgesetzt.
