Grüppenbühren - Eine Leitplanke sollte die Verkehrssicherheit erhöhen – in Grüppenbühren indes bewirkt sie das Gegenteil, glaubt Horst Auffarth. Der Bezirksvorsteher für den Bereich Grüppenbühren I ärgert sich seit bald zwei Jahren über eine Leitplanke, die den Autofahrern, wenn sie von der Kühlinger Straße nach links auf die B 212 in Richtung Bookholzberg abbiegen, die Sicht erschwert.

So sieht Auffarth es jedenfalls – und nach seinen Angaben auch andere Anlieger aus Kühlingen. Polizei und Gemeindeverwaltung indes erkennen keine besondere Gefahrensituation an der Stelle. Der Bezirksvorsteher mag das nicht verstehen, aus seiner Sicht wäre eine Lösung ganz einfach: „Warum wird die Leitplanke nicht einfach ein bisschen weiter nach Süden versetzt, weg von der Einmündung“, fragt er sich. Eine andere Möglichkeit wäre, die Einmündung der Kühlinger Straße leicht zu erhöhen, so dass Autofahrer über die Leitplanke hinwegsehen können.

Entstanden ist die Situation vor knapp zwei Jahren mit dem Umbau des Kreuzungsbereichs der B 212 mit den Straßen Zur Hesterei und Am Rennfeuer, also der neuen Zuwegung zum Gewerbegebiet Ganderkesee-West. Seinerzeit wurde auf gut 200 Metern die Leitplanke installiert, um die Lärmschutzwand an der Westseite der B 212, gegenüber vom Gewerbegebiet, abzusichern. „Warum verläuft sie dann nicht komplett an der Lärmschutzwand entlang“, wundert sich Horst Auffarth. Weil die Metallplanke nur dem Aufprallschutz gegen Frontalzusammenstöße am Anfang der Wand dienen soll, erklärt die Gemeindeverwaltung. Im weiteren Verlauf der Lärmschutzwand aus Kokosmatten könne es nur zu seitlichen Kollisionen kommen, die nicht so schwerwiegend wären. Darum müsse die Leitplanke genau an der Stelle stehen, so Rathaus-Sprecher Hauke Gruhn.

Nach Angaben von Sabine Finke, Leiterin des Fachdienstes Verkehr im Rathaus, haben Vertreter der Verkehrssicherheitskommission die Situation im Einmündungsbereich der Kühlinger Straße zuletzt im November 2016 begutachtet: „Danach waren sich die Gemeinde und die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr darüber einig, dass keine zwingende Notwendigkeit für verkehrsbehördliche (...) Maßnahmen vorliegt“. Bereits 2015 seien Lage, Höhe und Abstand der Leitplanke zur Fahrbahnkante überprüft worden. „Es gab keine Beanstandungen.“

Wer sich von der Kühlinger Straße vorsichtig nähere und nah an die Bundesstraße heranfahre, habe keine Sichtbehinderung zu befürchten, erklärt die Gemeinde. Nach Auskunft der Polizei ist die Einmündung der Kühlinger Straße auch kein Unfallschwerpunkt. Horst Auffarth jedoch befürchtet, dass es an dieser Stelle irgendwann mal kracht.

Hergen Schelling
Hergen Schelling Redaktion für den Landkreis Oldenburg (Leitung)