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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Wer übernimmt die OLB? – Angebote erwartet

12.11.2016

Oldenburg /München /London Die Suche nach einem neuen Partner für die Oldenburgische Landesbank AG (OLB) kommt voran. In wenigen Tagen läuft beim Großaktionär Allianz Deutschland (München) offenbar die Frist für die Einreichung von verbindlichen Angeboten („binding offers“) ab. Das erfuhr die Nordwest-Zeitung aus Finanzkreisen. Demnach dürfte es mehrere Interessenten geben. Unterdessen betonten Persönlichkeiten aus der Region im Hinblick auf den Haupt-Eigentümer oder strategischen Partner die Bedeutung der OLB für die Wirtschaft der Region.

Allianz schweigt

Die Allianz selbst und die OLB blieben zur Sache auch am Freitag absolut verschwiegen – wie schon immer seit der mageren Börsenpflichtmitteilung am Tag der Ankündigung von „Gesprächen“ zur OLB-Zukunft. „Wir beteiligen uns nicht an Spekulationen und Gerüchten“, sagte Allianz-Sprecher Mario Ghiai auf Anfrage. Der „Prozess“ laufe.

Spekulationen aber schießen ins Kraut. Schon kurz nach der Börsenmitteilung wurde von der Agentur Reuters neben dem US-Investor Apollo auch die teilverstaatlichte Commerzbank als Interessent für jene 90 Prozent genannt, die bisher die Allianz hält. Dieser Name ist seither in Finanzkreisen oft wiederholt worden – auch, weil es sonst in der Gerüchteküche nicht viel Neues gab, neben alten Verdächtigen wie Santander oder Rabo.

Jetzt aber wird ein weiterer Name gehandelt, wie diese Zeitung erfuhr: eine Interessentengruppe um die internationalen Investment-Managementfirmen Acathia Capital/Tower Brook. Sie soll nach unbestätigten Informationen zu denen gehören, die ein Angebot planen. Die Londoner Brunswick-Gruppe teilte für Tower Brook auf Anfrage nur mit, es sei „üblich, Spekulationen zu möglichen Investments nicht zu kommentieren“. Zurzeit sei man „nicht in der Lage, Informationen hinsichtlich OLB zu liefern“. Acathia gilt als Spezialist für Investitionen in europäische Finanzdienstleister.

Kandidaten sind in der OLB Flurgesprächsstoff. Betriebsrats-Chef Uwe Schröder will sich aber noch nicht positionieren: „Wir sehen, dass es auch für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie für die Betriebsratsgremien wichtig ist, sich nicht an Gerüchten und Spekulationen zu beteiligen. Damit haben wir bisher gute Erfahrungen gemacht.“ Und weiter: „Natürlich wünschen wir uns als Betriebsräte, dass die OLB auch künftig eine starke Regionalbank in Weser-Ems bleibt.“

Das sehen auch Repräsentanten des Weser-Ems-Gebietes so. Selbst aus dem Kreis der rund 60 Volks- und Raiffeisenbanken und der Handvoll Sparkassen im Nordwesten ist zu hören: Man stehe zwar im Wettbewerb; doch zuweilen werde bei größeren Projekten eben auch kooperiert. Mancher fürchtet in einer neuen Ära wohl auch verschärften Konditionen-Wettbewerb.

Auch Unternehmer in Weser-Ems schätzen die bisherige Rolle der großen Regionalbank bei der Kreditversorgung. Er hoffe, dass die OLB „auch mit einem eventuellen neuen Mehrheitsaktionär ihre Rolle in der bewährten Bankenstruktur des Oldenburger Landes ohne Einschränkungen weiter spielen wird“, sagte Dr. Joachim Peters, Hauptgeschäftsführer der Oldenburgischen IHK. Und Jürgen Krogmann, Oberbürgermeister am Hauptsitz Oldenburg, meinte: „Die OLB ist eine wichtige Regionalbank und hat eine zen­trale Funktion für die Wirtschaft der gesamten Region. Als Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb ist sie bedeutsam für viele Menschen. Die Stadt Oldenburg hat großes Interesse daran, dass dies auch nach einem Anteilsverkauf so bleibt.“

Nachhaltige Lösung

Auch in Hannover wird die Entwicklung beobachtet: Landeswirtschaftsminister Olaf Lies (SPD, Sande) sagte auf Anfrage: „Ich glaube, dass die Allianz sorgfältig mit der Entscheidung umgeht. Davon können wir ausgehen. Es wird also nicht irgendeine Lösung geben, sondern eine nachhaltige Lösung. Die brauchen wir auch dringend, weil die OLB ein starker Partner in der Region ist. Wir können uns, wenn wir weiter stark investieren wollen, den Wegfall einer OLB nicht leisten.“

Sorgen um dieses Thema hatten vor Jahren, als die Allianz die (OLB-Mutter) Dresdner Bank verkaufte, zu Gedankenspielen einiger Persönlichkeiten für eine regionale Lösung geführt. Und Ministerpräsident Christian Wulff erschien vor Ort. So etwas ist dieses Mal nicht zu spüren.

Rüdiger zu Klampen
Redaktionsleitung
Wirtschaftsredaktion
Tel:
0441 9988 2040

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