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Astrid Feldkamp arbeitet seit zwei Jahren als Beraterin beim Pflegestützpunkt in Bremen-Vegesack. Von ihrem Beruf und ihren Erfahrungen berichtet sie im Ð -Interview.
FRAGE:
Frau Feldkamp, wie sieht die Arbeit in einem Pflegestützpunkt aus?
FELDKAMP
: Zu uns können pflegebedürftige Menschen oder ihre Angehörigen kommen und Auskunft über mögliche Unterstützungsangebote bekommen. Wir beraten jeden unabhängig, neutral und kostenlos, da wir von keinem Kostenträger oder Sponsor abhängig sind. Wir eruieren das Problem und helfen, beispielsweise wenn jemand Pflegegeld oder einen Schwerbehindertenausweis beantragen möchte. Wir telefonieren auch mit Heimen in der Region, um zu erfahren, wo noch Pflegeplätze frei sind, wenn jemand Bedarf hat.
FRAGE:
Seit zwei Jahren arbeiten Sie im Stützpunkt – wie sind Sie zu dem Beruf gekommen?
FELDKAMP
: Ich habe 15 Jahre lang als Kinderkrankenschwester in Mannheim gearbeitet und dann zur Sozialversicherungsfachangestellten umgeschult. Seit 1999 war ich bei einer Pflegekasse tätig und habe ich mich 2009 auf die Stelle in Bremen beworben. Somit bringe ich sowohl theoretisches Wissen als auch praktische Erfahrungen aus der Pflege mit.
FRAGE:
Kümmern Sie sich eher um ältere Menschen oder kommen auch Jüngere zu Ihnen?
FELDKAMP
: Generell besteht unser Klientel vor allem aus älteren Menschen zwischen 80 und 90 Jahren. Es kommen aber auch vermehrt junge Menschen zu uns, zum Beispiel Suchtkranke oder jemand, der durch einen Motorradunfall zum Pflegefall geworden ist. Zu uns kann wirklich jeder kommen, wir helfen jedem, der Hilfe braucht.
FRAGE:
Für Ganderkesee ist ein Pflegestützpunkt in der Planung – was können Sie aus Ihrer Erfahrung raten?
FELDKAMP
: Pflegeberatung ist ein sensibles Thema, daher kann ich nur raten, dass die Mitarbeiterinnen auf die Hilfesuchenden zugehen. Von praktischer Seite her ist es ratsam, dass der Stützpunkt leicht zugänglich ist, vor allem für ältere Menschen. Flexible Öffnungszeiten und eine gute telefonische und persönliche Erreichbarkeit der Berater sind auch sehr wichtig.