Jever - Der Spielplatz, der laut Bebauungsplan für das Hintergrundstück Hooksweg 32 festgelegt ist, wurde nie gebaut – Grund war, dass der Eigentümer die Fläche nicht an die Stadt verkaufen wollte. Doch nun steht das 2400 Quadratmeter große Grundstück zum Verkauf und die Baufirma Eggers aus Schortens möchte darauf drei Gebäude mit je sechs Wohnungen für Senioren bauen.
Die Stadtverwaltung sieht das Vorhaben positiv und will den Bebauungsplan ändern, um den Bau der Seniorenwohnungen zu ermöglichen. Allerdings sehen die Nachbarn an Hooksweg und Ochsenhammsweg das Vorhaben skeptisch, das Marco Eggers vom Bauunternehmen jetzt im Bau- und Planungsausschuss vorgestellt hat.
Schatten und Unruhe
Die Anlieger befürchten, dass die drei geplanten, 10,70 Meter hohen Häuser die Umgebung überragen und umliegende Häuser in den Schatten stellen. Zudem bemängeln sie, dass durch die in der Mitte der Gebäude geplanten Parkplätze Unruhe in den Nachbargärten entsteht.
„Die Nachbarschaft ist entsetzt über das Vorhaben. Wir haben erhebliche Bauchschmerzen“, sagte Werner Lührs im Ausschuss. Deshalb haben die Nachbarn eine „Petition“ an Rat und Verwaltung auf den Weg gebracht.
Statt der laut Bebauungsplan möglichen zweigeschossigen Bauweise fordern die Anlieger eine Beschränkung auf 1,5 Geschosse. Zudem möchten sie, dass die Stellplätze vorn an der Straße gebaut werden. Doch das entspreche nicht den Vorstellungen des Landkreises als Genehmigungsbehörde, berichtete Eggers.
Er betonte, dass die Gebäudehöhe sehr wohl die durchschnittliche Höhe der Häuser in der Nachbarschaft berücksichtige. „Der Schattenwurf wird die Nachbarn kaum beeinträchtigen“, sagte er.
Die Mitglieder des Bau- und Planungsausschusses stellten eine Entscheidung über die Änderung des Bebauungsplans zurück. Sie möchten von der Baufirma erst eine Animation sehen, um erkennen zu können, ob sich die Gebäude tatsächlich in die umliegende Bebauung einfügt.
Ausbau der „Grenze“
Zugestimmt hat der Ausschuss den Ausbauplänen für die Straße „Grenze“ in Cleverns: Der gut 100 Meter lange Schotterweg, der nach Regen ständig geflickt werden muss, soll zur richtigen Straße ausgebaut werden. Der Unterbau sei sehr gut, deshalb brauche nur flach ausgekoffert werden, berichtete August Fittje vom Planungsbüro ThalenConsult. Bereits Ende März könnte der Straßenbau beginnen.
Die Stadt wendet die Straßenausbaubeitragssatzung an – das bedeutet, dass die Anlieger 90 Prozent der Baukosten von rund 45 000 Euro tragen müssen.
Udo Albers (SWG) und Udo Cremer (FDP) monierten die Pläne der Stadt, erst nach dem Ratsbeschluss eine Anliegerinformation durchzuführen. „Man sollte doch die Anlieger erst fragen, ob sie den Ausbau überhaupt wollen“, meinte Albers.
