Ganderkesee - Kurze Wege für Patienten schaffen, Kompetenzen bündeln – diese Gedanken liegen dem Ganderkeseer Ärztehaus zugrunde, das derzeit an der Ecke Raiffeisenstraße/Grüppenbührener Straße hochgezogen wird. Das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) Ganderkesee und eine Gemeinschaftspraxis wollen hier einziehen, dazu die Pelikan-Apotheke, die Oldenburgische Landesbank (OLB) und die Sozialstation der Arbeiterwohlfahrt (Awo). „Wir wollen Ende des Jahres fertig sein“, kündigte der Investor, der namentlich nicht genannt werden möchte, am Montag im Gespräch mit der NWZ an. Dadurch hätten alle Mieter noch „Luft“ zum Umziehen. Bis Ende März werde wohl überall der Betrieb aufgenommen sein.
Der Eingangsbereich des teils ein-, teils zweigeschossigen Gebäudekomplexes wird zur Raiffeisenstraße hin angelegt, sich also vis-à-vis der Shell-Tankstelle befinden. Über eigene Eingänge verfügen hier die OLB (etwa 170 Quadratmeter Nutzfläche) und die Pelikan-Apotheke (rund 140). Die weiteren Parteien des Hauses sind über den etwa mittig angelegten Haupteingang zu erreichen.
In das Erdgeschoss wird neben Bank und Apotheke auch das „MVZ Ganderkesee, Praxis für Chirurgie, Orthopädie und Anästhesie“ einziehen. Zu dessen Team zählen Dr. Rainer Brockmeyer, Dr. Ralph Wallinger, Dr. Olaf Reiners sowie die Anästhesisten Dr. Moritz Quensel und Dr. Carsten Viebrock. Die Praxis werde auch über einen modernen Operationstakt verfügen, teilt Dr. Brockmeyer mit. Die gesamte Nutzfläche liegt laut Investor bei etwa 300 Quadratmetern.
Etwa gleich groß ist die Gemeinschaftspraxis für Innere und Allgemeinmedizin mit Dr. Stefan Heimann, Udo Baramsky, Dr. Jörg Albrecht und Dr. Daniela Albrecht. Sie wird im Obergeschoss eingerichtet – ebenso wie die Sozialstation (rund 200 Quadratmeter).
Direkt vor dem Eingang würden 2,70 Meter breite Parkplätze für Menschen mit Handicaps sowie ein Platz für einen Notarztwagen angelegt, sagte der Investor. Insgesamt werde die Zahl der Stellflächen zwischen dem Ärztehaus und den Marktgebäuden von Inkoop und Aldi von zurzeit 170 auf letztlich 220 erhöht.
Architektonisch werde der Neubau an die Marktgebäude angepasst, man werde zum Beispiel die gleichen Klinker verwenden. Der Investor: „Das wird eine Einheit.“
Gerold Porth, Vorsitzender des Ganderkeseer Ortsverbandes im Sozialverband Deutschland (SoVD), begrüßte das Ärztehaus ausdrücklich. „Gerade angesichts des zunehmenden Mobilitätsverlustes im Alter ist das sinnvoll“, sagte er. Allerdings werde der SoVD nicht locker lassen in seiner Forderung nach einer noch besseren Versorgung Ganderkesees mit Fachärzten. Das Ärztehaus sei da ein erster Schritt.
