Brake - „Die Zukunft ist wichtiger als die Vergangenheit!“ Mit diesen Worten des Friedensforschers Egon Bahr begrüßte der Vorsitzende Udo Hümmer die Interessierten, die sich zur Konferenz der AWo-Region Unterweser im Landhaus Groth eingefunden hatten. Mit zu den Gästen zählte SPD-Bundestagskandidatin Hannelore Hunter-Roßmann. Das Betreuungsgeld halte nicht nur sie für kontraproduktiv. Kinderarmut ist für die Wildeshauserin ein wichtiges Thema. Sie verstärke sich jedoch immer mehr und gehe später in die Altersarmut über. Die AWo sehe es darum als eine wichtige Aufgabe an, einer stetig wachsenden Spaltung der Gesellschaft entgegenzuwirken, sagte sie.

Eine Meinung, der sich auch die stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Brake, Ursula Schinski, anschloss. Ihr ist es wichtig, dass wirklich jeder ein Anrecht auf Gleichbehandlung hat. Ursula Schinski war froh darüber, dass dieses als Schwerpunktthema bei der AWo aufgenommen wurde.

Für Ina Korter, schulpolitische Sprecherin vom Bündinis 90/Die Grünen, ist die Gleichbehandlung seit Jahren ein Thema. Menschen mit Behinderungen sollten selbstverständlich ein Teil der Gesellschaft sein, sagte sie. „Es muss normal sein, dass jeder verschieden ist. Inklusion habe gerade in Niedersachsen einen hohen Stellenwert und kann zu einer gesellschaftlichen Bereicherung werden, wenn man es richtig macht“, betonte die SPD-Unterbezirksvorsitzende Karin Logemann.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Björn Thümler ließ sich entschuldigen, betonte jedoch in seinem Grußwort, das Udo Hümmer verlas, die Wichtigkeit und Unverzichtbarkeit des ehrenamtlichen Engagements der Bürger für das Gemeinwesen.

Der niedersächsische Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderungen, Karl Finke, referierte als Gast zu dem Thema „Ein inklusives Niedersachsen – was heißt das?“ Er zeigte auf, was schon erreicht wurde, und wo es noch massive Diskriminierungen gibt. Ein besonders eklatantes Beispiel hierbei sei das Wahlrecht, das Menschen in Betreuung von der Politik gänzlich ausschließe. Auch die Quote Behinderter in Unternehmen müsse wegen allgemeiner Nichterfüllung unbedingt wieder auf die alten sechs Prozent erhöht werden.


Konferenzleiter Bernd Bremermann ehrte auch langjährige Mitglieder. Seit 40 Jahren gehören Margarete Adam und Dorothea Liebner der AWo in Elsfleth an, teilte Helga Lindner, die Stellvertretende Ortsgruppenleiterin, erfreut mit. Persönlich entgegennehmen konnte jedoch nur Dorothea Liebner die goldene Ehrennadel nebst Urkunde und Blumen. Sie gehört zu den Gründungsmitgliedern der Elsflether Ortsgruppe.

Bei der BV-Konferenz werden Udo Hümmer, Uta Elb, Walter Böning, Hannelore Hoffmann, Bernd Bremermann, Ellen Köster-Schmidt und Horst Milotta die Region vertreten, Anne Saueressig steht als Ersatz bereit.