Ganderkesee - Eine unerfreuliche Überraschung für alle Hausbesitzer hatte jetzt die Große Koalition parat: Sie hat, wie berichtet, den von Bund und Ländern eigentlich schon beschlossenen milliardenschweren Steuerbonus bei Gebäudesanierungen gestoppt. Die NWZ hat mit Kreishandwerksmeister Harald Mausolf und dem Klimaschutzmanager der Gemeinde Ganderkesee, Lars Gremlowski, über mögliche Auswirkungen gesprochen.
„Es ist völlig klar, dass es von Vorteil ist, wenn es steuerliche Erleichterungen gibt“, sagt Gremlowski. Natürlich hätten viele Eigenheimbesitzer auf diese steuerliche Förderung gewartet. Nun sei es unklar, wie es weitergehe und ob es eine alternative Förderung geben werde, so der Klimaschutzmanager. Es bestehe die Gefahr, dass nun aufgrund des Stopps einige Hausbesitzer gar keine Sanierungsmaßnahmen durchführen lassen.
„Eine schnelle Entscheidung der Bundesregierung über ein Förderprogramm, das schnell publik gemacht wird, wäre wünschenswert – auch für den Klimaschutz“, meint Gremlowski. Hausbesitzer hätten in ihren Planungen meist eine Vorlaufzeit von einigen Monaten.
Eher negative Auswirkungen des Stopps sieht auch Kreishandwerksmeister Harald Mausolf: „Jeder Hausbesitzer, ob klein oder groß, hat auf die Steuervergünstigung geschielt.“ Da die Wärmedämmung nicht so effektiv sei, dass die Investition sich finanziell sofort bemerkbar mache, dämpfe der Wegfall der steuerlichen Vergünstigung den Anreiz, erklärt der Kreishandwerksmeister. Die meisten Gebäudesanierungen würden jedoch getätigt, um Energiekosten einzusparen. Mausolf: „Die Fördermittel sind ein Plus.“
„Das Handwerk wird das in zurückgehenden Aufträgen spüren“, prognostiziert Mausolf. Es werde einen großen Umsatzeinbruch im Bereich Gebäude und Fassaden geben, sagt er. Genaueres lasse sich jedoch erst am Ende des laufenden Jahres feststellen, wenn Zahlen vorhanden sind.
