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Straßenbau Anwohner befürchten eine zweite Hundewiese

Fried-Michael Carl

Lemwerder - Auf einer Fläche von 85 000 Quadratmetern wird die Firma Bunte in Zukunft etwa 235 000 Kubikmeter Sand abbauen, der für den Bau der Bundesstraße 212 neu verwendet werden soll. 120   000 Euro wird dieser Beschluss, der bereits 2011 gefasst wurde, einbringen.

Zielplanung vorhanden

Als es in der Sitzung des Finanz- und Planungsausschusses der Gemeinde Lemwerder eigentlich nur darum gehen sollte, den vorgestellten Rekultivierungsplan als Zielplanung nach Beendigung des Abbaus zuzustimmen, dauerte dies doch länger. Grünen- Ratsfrau Brigitta Rosenow regte an, den Beschluss noch einmal zu überdenken, kam damit aber nicht durch. Nur zwei Gegenstimmen reichten nicht aus, um ihn rückgängig zu machen. Harald Schöne (FDP) wollte noch einmal bestätigt bekommen, dass alle Kosten für die Rekultivierung von der Firma Bunte getragen werden. Sicher gehen wollte er auch, dass die 120 000 Euro in den Haushalt mit der Vorgabe gestellt werden, sie nur in ökologische Maßnahmen fließen zu lassen.

Das Gebiet, das an den Hundeplatz und an der Industriestraße liegt, genießt wegen der Blauflügligen Ödlandschrecke besonderen Schutz und wird nicht angetastet. Dahinter wird in Richtung Weser ein gesetzlich geschütztes Biotop entstehen.

Mit Bäumen bepflanzt

Der Bereich in Richtung Vulkanstraße wird eingesät und mit kleinen Gruppen von Bäumen und Büschen bepflanzt. „Das wird nicht nur eine Rekultivierung sein, sondern einen Mehrwert im Vergleich zum jetzigen Zustand besitzen. Der Erholungswert wird dadurch höher“, führte Fachbereichsleiter Stephan Dickel aus.

Dem wollten die Anwohner in der Bürgerfragestunde nicht folgen. „Hier wird für nichts und wieder nichts Natur kaputt gemacht“, hieß es. „Das wird wie Ritzenbüttel II eine zweite Hundewiese“, meinte ein anderer Anwohner. „Früher“, so wusste ein Anwohner der Vulkanstraße zu berichten, der schon über 30 Jahre dort lebt, hätte der Westwind dafür gesorgt, dass der Sand in die Gärten getragen worden sei. Dies habe die Lebensqualität erheblich gesenkt. Jetzt, da die Fläche zugewachsen und die Bäume groß geworden seien, sei dies viel besser. Er bat darum, den vorhandenen Wall während der Sandabbaumaßnahmen zu erhalten, damit auch der Lärm abgehalten würde.


Stefan Dickel will diese Einwürfe berücksichtigen. Er führte an, dass der Sand zur anderen Seite abgefahren würde, so dass die Bewohner nur gering belästigt würden. Die Maßnahme könnte aber erst begonnen werden, wenn der Rekultivierungsplan abgesegnet ist. Er gab noch zu bedenken, dass das Gebiet zurzeit als Gewerbegebiet im Raumordnungsverfahren ausgewiesen sei. Um es für die Freizeit zu nutzen, müssten planungsrechtliche Schritte vollzogen werden. Auch dadurch würde die Fläche wertvoller werden. Zufrieden waren die Anwohner mit diesen Auskünften nicht.

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