Harkebrügge/Lohorst - Eine Menge Wirbel verursachen derzeit einige „weiße Flecken“ der Windkraft-Potenzialstudien der Gemeinden Barßel und Edewecht. Im so genannten „Dreiländereck“ Edewecht/Barßel/Apen könnten Windkraftanlagen entstehen. Bewohner auf Ammerländer und Barßeler Seite fürchten um ihre Lebensqualität (die NWZ berichtete). Auf Einladung der Bürgerinitiative Harkebrügge/Lohorst/Rothenmethen und Umgebung fand jetzt ein Informationsabend im Pfarrheim Harkebrügge statt. Die Bürgerinitiative hat bereits fast 1000 Unterschriften gegen die möglichen Windparks gesammelt.
Am Kammersand in Harkebrügge plant die Gemeinde Barßel die Ausweisung eines Windparks. Erste Gespräche hat die Gemeinde bereits mit den betroffenen Grundstückseigentümern geführt, die das Vorhaben begrüßen. Voraussichtlich sieben Anlagen sollen sich dort im Wind drehen.
Doch es gibt auch heftigen Widerstand gegen die Windräder. „Wir befürchten gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Lärmbelästigung, Schattenwurf und nicht zuletzt durch den Infraschall“, sagte Andra Rowehl aus Lohhorst. Alfred Siemer aus Lohhorst, Sprecher der Bürgerinitiative, fürchtet zusammen mit seiner Frau Marion um die Lebensqualität. Insbesondere bereitet den Siemers Sorge, dass der Loher Forst keine Tabuzone für Windkraftanlagen ist. Dieser Wald steht als Weißer Fleck als Potentialfläche für Windenergie zur Verfügung. Dort, wo Bäume und Felder das Landschaftsbild prägen, könnten womöglich bald Windräder stehen.
Auch Harald Tietjen aus Harkebrügge ist besorgt. Seine Familie wohnt in unmittelbarer Nähe der möglichen Flächen. Er befürchtet auch den Wertverlust der Immobilie. „Tagsüber haben wir die Rotorbewegungen und nachts das rote Licht“, ärgerte sich Christian Punke. Er stellte sich die Frage, ob neue Anlagen nötig seien. Er sehe im Windpark nur Profitgier. Kaum vorstellen möchte er sich die Zerstörung der Natur, „wenn womöglich 80 Birken und 45 Eichen gefällt werden“, so Punke.
„Der Loher Forst ist sicherlich nicht gefährdet. Dort werden keine Windkrafträder stehen“, entkräftete der gebürtige Harkebrügger Dr. Clemens Hackstedt, Leiter der Landwirtschaftskammer in Cloppenburg, die Bedenken. Wenn die Gemeinde Barßel die Möglichkeit eines Windparks sehe, müsse sie die Planung weiter vorantreiben, so Hackstedt. Nicht zuletzt profitiere die Gemeinde von den Gewerbesteuern.
„Wir werden die Sache in den Ausschüssen und im Rat genauestens beraten“, betone Barßels Ratsherr Christoph Raming (CDU). „Ich bin nicht gegen einen Windpark. Aber es ist eine Subventionspolitik und alle haben nur die Scheine vor Augen“, sagte Wolfgang Freese aus Portsloge. „Kein Mensch will unter den Windmühlen leben. Sie sollen dort gebaut werden, wo sie nicht stören“, so Freese.
