APEN - Der Kamin knistert leise vor sich hin, erfüllt die Wohnung, die gleichzeitig auch Arbeitsplatz für Anne Wessels ist, mit einer wohligen Wärme. Doch Anne Wessels, Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Apen, lässt sich von der sie umgebenden Gemütlichkeit nicht ergreifen, demonstriert hingegen Entschlossenheit bei der Ausräumung eines vermeintlichen Missverständnisses: „Ich bin nicht bloß für die Sorgen und Nöte der Frauen in der Gemeinde da. Mein Beratungs- und Informationsangebot richtet sich sowohl an Frauen, aber eben auch an Männer.“ Schließlich sei beispielsweise die Vereinbarkeit von Beruf und Familie längst auch ein Problem für die Väter. Jedoch: „Die Männer vor Ort reagieren noch zögerlich auf das Angebot“, gesteht Anne Wessels ein.

Seit Oktober 2010 ist die 47-Jährige nun die neue ehrenamtliche Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Apen. Eine kurze Zeit, in der allerdings bereits einige Akzente, wie beispielsweise die Veranstaltung eines Frauenflohmarkts oder eines Filmabends, gesetzt werden konnten. „Mit diesen Aktionen wollte ich die Leute auch auf mein Angebot aufmerksam machen“, so Wessels.

Die Arbeit von Anne Wessels ist dabei vielseitig. „Ich achte zum einen darauf, dass innerhalb der Gemeindeverwaltung, beispielsweise bei Neueinstellungen, keine Diskriminierung seitens des Geschlechts stattfindet. Zudem schaue sie auch in den Rats- und Ausschusssitzungen darauf, ob bestimmte Vorhaben geschlechtsgerecht umgesetzt würden. „Wenn beispielsweise die Straßenbeleuchtung um 23 Uhr abgeschaltet werden soll, weise ich darauf hin, dass dies für viele Frauen zu verstärkter Unsicherheit führen kann“, führt Anne Wessels dazu aus.

Ihre Arbeit bleibt dabei aber nicht auf die Verwaltung beschränkt. Einmal in der Woche steht sie den Bürgern der Gemeinde in einer Sprechstunde zu vielfältigsten Fragen mit Rat und Tat zur Seite: Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Arbeitsmarkt, jungenspezifische Angebote oder Häusliche Gewalt. „Viele Leute wollen auch einfach nur über ihre Probleme reden“, hat Anne Wessels mit der Zeit erfahren. Kein Problem für die gebürtige Augustfehnerin: „Ich habe auch sonst immer ein offenes Ohr für andere gehabt. Das hilft mir natürlich auch bei meiner neuen Aufgabe.“

Ihre Möglichkeiten sieht die Aperin realistisch: „Ich sehe mich in erster Linie als eine Feuerwehrkraft, als ein erster Ansprechpartner für die Leute“, erklärt sie. Selber könne sie die Leute nämlich nicht beraten, dafür aber die richtigen Kontakte vermitteln. Und auch wenn die Resonanz auf das Angebot noch überschaubar ausfällt, ist sich Anne Wessels sicher: „Das Amt ist notwendig.“ Nicht nur aus diesem Grunde betreibt sie es mit fester Entschlossenheit.