APEN - 30 Jahre lang war die Sonnen-Apotheke in Apen eine feste Institution im Ort. Ende des Monats wird sie nun geschlossen. Damit gibt es in der Gemeinde nur noch zwei Apotheken am rund vier Kilometer entfernten Standort Augustfehn.
Die Entscheidung sei ihr nicht leicht gefallen, erklärt Betreiberin Silja Wilckens. Vor allem um die älteren Bewohner tue es ihr leid. Sie müssten nun weitere Wege in Kauf nehmen, um an Medikamente zu kommen.
Als Grund für die Aufgabe der Apotheke, die zuvor schon ihre Mutter betrieben hatte, nannte sie finanzielle Probleme. In den vergangenen Jahren seien die gesetzlichen Rahmenbedingungen immer schwieriger geworden und die Gewinnmargen kleiner. Zudem sei eine Arztpraxis weggefallen. Es seien einfach zu wenig Kunden da gewesen, um wirtschaftlich arbeiten zu können.
„Die Insolvenz von Apotheken in anderen Orten war mir ein warnendes Beispiel. Deshalb wollte ich rechtzeitig die Reißleine ziehen“, erläutert Silja Wilckens den Hintergrund. Ohnehin sei es ihr nur durch die Unterstützung der Vereinigung APIA, Aktive Pharmazeuten im Ammerland, und den Meinungsaustausch mit Berufskollegen möglich gewesen, sich so lange in Apen zu halten und für ihre Arbeit neue Perspektiven zu entwickeln.
Sie selbst will jetzt an einem anderen Standort einen Neuanfang wagen. Silja Wilckens übernimmt zum 1. Februar die „Alte Apotheke“ in Edewecht. Zwei ihrer Angestellten finden dort ebenfalls eine neue Beschäftigung. Übernommen werden soll auch das dortige Personal. „Edewecht hat mehr Einwohner, und es gibt auch mehr Ärzte vor Ort. Deshalb glaube ich, dass es dort gut laufen wird“, ist sich Wilckens sicher. Für ihre Stammkunden sei sie weiterhin erreichbar.
Auf Bedauern ist die Nachricht von der Schließung der Apotheke im Rathaus gestoßen. „Für den Ort Apen ist das sehr schade. Eine finanzielle Unterstützung durch die Gemeinde wäre in einem solchen Fall aber aus Wettbewerbsgründen nicht möglich gewesen. Das wurde diskutiert, ist aber über alle Parteigrenzen hinweg in diesem Sinne entschieden worden“, erläutert Bürgermeister Hans-Otto Ulken die Position der Gemeinde.
