APEN - Seit 1. Februar ist die Sonnen-Apotheke in Apen geschlossen. Wie berichtet, war es die einzige im Ort. Weitere zwei Apotheken gibt es nur am rund vier Kilometer entfernten Standort Augustfehn. Wirtschaftliche Gründe hatten Inhaberin Silja Wilckens zu diesem Schritt bewogen; sie hat für sich eine neue berufliche Perspektive in Edewecht gefunden. Trotzdem möchte sie auch weiterhin für Kunden in Apen da sein und betreibt hier eine so genannte Rezeptsammelstelle.
„Ohne eine Apotheke vor Ort haben vor allem immobile Menschen Probleme, ihre Rezepte einzulösen. Für sie, aber auch für Stammkunden und andere möchte ich weiterhin da sein“, schildert sie ihre Beweggründe. So ist der Rezepteinwurf-Briefkasten im Eingangsbereich der ehemaligen Apotheke jetzt zu einer Sammelstelle umfunktioniert worden. „Aber nicht nur Rezepte, sondern auch Wünsche für frei käufliche Medikamente können auf einem Zettel notiert und eingeworfen werden. Dann brauche ich nur noch eine Adresse mit Telefonnummer für Rückfragen, und alles wird ins Haus geliefert“, erläutert Wilckens das Verfahren. Die ersten Bestellungen seien schon eingetroffen.
Im Landkreis Ammerland sei es die erste Einrichtung dieser Art, bestätigt die Niedersächsische Apotheker-Kammer. Rund 100 gebe es niedersachsenweit. „Rezeptsammelstellen werden nur unter bestimmten Voraussetzungen genehmigt. Die nächste Apotheke muss mehr als sechs Kilometer vom Ort entfernt sein oder aber sie ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln schlecht erreichbar, wie in diesem Fall“, sagte Justiziarin Dr. Marion Eickhoff. „Eine Rezeptsammelstelle ist nur ein Notbehelf. Damit wollen wir die Versorgung der Bevölkerung im ländlichen Raum sicherstellen.“ Eine Genehmigung laufe drei Jahre und müsse dann neu beantragt werden. Sie werde widerrufen, sobald sich eine neue Apotheke etabliere.
