Apen - Die Größe, das Alter und der allgemeine Zustand eines Baumes könnten schon bald öffentlich einsehbar sein. Aktuell steht die Einführung eines Baumkatasters in der Gemeinde Apen zur Diskussion. „Kontrollen sind notwendig, um die Verkehrssicherheit zu garantieren“, sagt Klaus Schöpe, Sachverständiger des Baumbüros Edewecht. Im Bau- und Planungsausschuss der Gemeinde Apen hat er Argumente geliefert, die für die Einführung eines Baumkatasters sprechen. „Die Bäume werden von der Wurzel bis zur Krone untersucht“, berichtet der Baumexperte. Ein erkrankter Baum sei gefährlich für den Straßenverkehr.

In der Gemeinde Edewecht gibt es bereits seit 2018 ein Baumkataster. Seitdem wurden mehr als 7000 Bäume begutachtet. In der Kontrolle wird der Baum unter anderem auf Pilzbefall, Schrägstand oder Rindenschäden hin überprüft. „Die Gefahr von umstürzenden Bäumen beziehungsweise herabstürzenden Ästen könnte so minimiert werden“, meint Klaus Schöpe.

Darüber hinaus sollen auch Pflegemaßnahmen dokumentiert werden. Ein jährlicher Bericht zum Zustand der Bäume, Informationen über Fällungen bis hin zum Pflanzplan sollen den Forderungskatalog abrunden. In Edewecht haben bisher 3538 Bäume eine Plakette mit einer Nummer.

Das Baumkataster soll als Datenbank über alle Bäume der Gemeinde einen Überblick verschaffen. Nach der Baumkontrolle gibt das Baumbüro dann eine Empfehlung, was als nächstes am Baum gemacht werden soll.

In Apen ist zum Beispiel die Eichenstraße in Klauhörn (oben im Bild) ein öffentliches Naturdenkmal. Links und rechts an der Straße stehen die Eichen. 2017 gab es einen großen Sturm. Damals sind einige Eichen auf die Straße gefallen. Fraglich ist jedoch, inwiefern die genaue Datenerfassung inklusive Ermittlung des Baumzustands vor dieser Gefahr schützen kann. „Bei einem großen Sturm nützt uns das Kataster auch nichts mehr“, sagt UWG-Politiker Frerich Wilken.


„Wir müssen bei der Einführung eines Baumkatasters auch Ziele formulieren“, appelliert Bürgermeister Matthias Huber.