APEN - Der Bahnhof Augustfehn sei zu nah, heißt es. Die Gemeinde sucht jetzt das Gespräch.

Von Nadia-Zakia Chelly

Viel Optimismus konnten die geladenen Verkehrsexperten nicht verbreiten, wenn die Aper aber zusammenhielten und sich weiterhin engagierten, könnten sie eventuell ihr lang ersehntes Ziel erreichen: den Bahnhaltepunkt wieder einzurichten. Rund 30 Bürgerinnen und Bürger waren am Montagabend zur Podiumsdiskussion in die Gaststätte „Vollmond“ gekommen. Eingeladen hatte der Kreisverband Ammerland vom Bündnis 90/ Die Grünen.

Ob in Apen eine Haltestation eingerichtet werde, bestimme ganz allein das Ergebnis einer Kosten-Nutzen-Analyse, berichtete der Ocholter Verkehrsplaner Jens Rowold. Einwohnerzahl, Pendlerverkehr, Schulangebot, Gewerbefläche und auch die Nähe zu anderen Haltestationen flössen in diese Berechnung mit ein. „Als sich die Gemeinde Apen im Jahr 2001 diesem Berechnungsverfahren unterzog, kam ein sehr schlechtes Ergebnis dabei heraus“, ergänzte Christof Herr, Geschäftsführer des Zweckverbandes Verkehrsverbund Bremen-Niedersachsen. Damals bot man der Gemeinde an, das Gespräch nach fünf Jahren erneut zu suchen. Dem wird jetzt nachgekommen.

Denn in den vergangenen sechs Jahren habe sich in Apen einiges getan, sagt Peter Meiwald vom Kreisvorstand der Grünen. Es bestehe jetzt ein Schülerverkehr von Ocholt nach Apen, und durch die Vergrößerung vieler Betriebe kämen mehr Pendler in die Gemeinde. Zudem habe sich das Mobilitätsverhalten geändert. „Der Ausstoß von CO2 muss verringert werden, ein Umstieg von der Straße auf die Schiene wäre eine Lösung“, so Meiwald. Unterstützung erhielt er von den Kreistagsabgeordneten Rainer Willjes und Friedrich Haubold.


Bei der Landesnahverkehrsgesellschaft , die dem Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr unterstellt ist und letztendlich über einen Haltepunkt in Apen entscheidet, sieht man das anders. Geschäftsführer Wolf Gorka, der bei der Diskussion nicht anwesend war, seine Argumente aber vom Grünen Landtagsabgeordneten und Verkehrsexperten Enno Hagenah vortragen ließ, sieht momentan keinen Anlass für eine neue Kosten-Nutzen-Analyse: Das Wachstum der Gemeinde habe sich seit 2001 nur geringfügig verändert, auch läge Apen in der Nähe der Haltestation Augustfehn. Außerdem habe der Zug keine drei Minuten im Fahrplan übrig, die ihm ein Stoppen in Apen erlauben würden, argumentierte Gorka.

Eine Neuberechnung käme für die Landesnahverkehrsgesellschaft erst dann in Frage, wenn es um einen S-Bahn-Anschluss ginge. Die Länder Niedersachsen und Bremen schreiben zum Ende dieses Jahres nämlich das Projekt „Regio-S-Bahn“ aus. Eine S-Bahn wird dann ab 2010/2011 Oldenburg und Bremen verbinden. „Hier besteht die Option einer Verlängerung der Strecke nach Bad Zwischenahn und schließlich nach Apen“, erläuterte Herr.

Die Haltestelle Apen dürfe aber nicht auf Kosten des Bahnhofs Augustfehn eingerichtet werden, so Lothar Trinter, Kreisdezernent aus dem Kreisamt. „Gemeinsamkeit“ laute die Devise.

Die anwesenden Bürger jedenfalls waren sich einig: Eine Haltestation in Apen sei ein gutes Angebot und würde intensiv genutzt werden. Rückendeckung erhielten sie vom Aper Bauamtsleiter Rolf Siems. „Die Gemeinde ist weiter dran.“ Ziel für dieses Jahr sei es, das Gespräch mit der Landesnahverkehrsgesellschaft zu suchen, sagte Siems. „Auf welchen Werten basiert die Berechnung? Was muss man verändern?“, lauten die Fragen, die es zu beantworten gilt. „Wir brauchen einen langen Atem“, ist sich Meiwald sicher.