Cupertino - Apple entzückt die Anleger mit einem iPhone-Boom. Auch im traditionell ruhigen Quartal nach Weihnachten kam ein Gewinn von 10,2 Milliarden Dollar (rund 7,4 Milliarden Euro) zusammen. Die Basis dafür war der Absatz von 43,7 Millionen iPhones – plus 17 Prozent. Das war mehr als die meisten Analysten erwartet hatten. Zur Freude der Aktionäre trug auch bei, dass Konzernchef Tim Cook das Aktienrückkaufprogramm massiv ausbaut, die Dividende anhebt und die Aktie teilt.
Der Umsatz in dem Ende März abgeschlossenen zweiten Geschäftsquartal stieg im Jahresvergleich um 4,7 Prozent auf 45,6 Milliarden Dollar. Der Quartalsgewinn legte um sieben Prozent zu, wie Apple mitteilte. Im Vorjahresquartal hatte man den ersten Gewinnrückgang seit rund einem Jahrzehnt erlebt.
Viele Analysten sehen Apple vor einem Problem: Die Zuwächse im Smartphone-Geschäft kommen immer mehr aus den Entwicklungsländern – und dort sind vor allem günstige Smartphones gefragt. Der durchschnittliche Preis eines verkauften iPhones sank zwar leicht auf 597 Dollar, ist aber immer noch deutlich höher als der Branchendurchschnitt.
Cook betonte, Apple habe den Marktanteil im Smartphone-Geschäft in vielen Regionen gesteigert, und zwar nicht nur in reifen Märkten wie den USA oder Deutschland, sondern auch in Ländern wie Indien und Vietnam.
Apple bietet als Einstiegsgerät sein älteres Modelle iPhone 4S an. Es habe sich in Entwicklungsländern gut verkauft, hieß es ohne konkrete Angaben zum Produkt-Mix. Zugleich hielt Cook die Tür für Preissenkungen offen: „Wir sind nicht auf bestimmte Preispunkte fixiert.
Der iPad-Absatz entwickelte sich schwächer als Experten erwartet hatten. Er sank im Jahresvergleich um 16 Prozent auf 16,3 Millionen Geräte. Dabei hatte Apple erst im Herbst die Modellpalette aktualisiert. Cook sagte, vor einem Jahr hätten Produktionsengpässe im Weihnachtsgeschäft 2012 einen ungewöhnlichen Absatzsprung im nachfolgenden Quartal ausgelöst, der die aktuellen Zahlen schwächer aussehen lasse. „Wir glauben nach wie vor, dass die Tablet-Verkäufe in den kommenden Jahren den PC-Absatz überholen werden“, betonte Cook. Und Apple wolle daran mit dem iPad erheblich teilhaben.
An Mac-Computern setzte Apple 4,1 Millionen Stück ab. In einem insgesamt schwächelnden Markt war das ein gutes Plus von fünf Prozent.
Die Download-Plattform iTunes zählt nun knapp 800 Millionen Benutzerkonten – „die meisten davon mit Kreditkarte“, hieß es. Das gibt dem Konzern eine breite Basis, wenn er wie erwartet ein mobiles Bezahlsystem starten sollte. Cook sprach ohne weitere Details von neuen Produkten für iTunes-Nutzer.
Zugleich kündigte Apple am Mittwoch einen Aktiensplit im Verhältnis 7 zu 1 an. Die Dividende wird angehoben und der Aktienrückkauf von rund 60 auf 90 Milliarden Dollar ausgeweitet. Die Ausschüttungen erreichen damit den monumentalen Wert von 130 Milliarden Dollar. Das alles ließ die Herzen der Investoren höher schlagen – der Aktienkurs schoss hoch.
Apples Geldberg schmolz jedoch – auch angesichts der üppigen Ausschüttungen an die Anteilseigner – erstmals seit langem wieder: von 159 auf 151 Milliarden Dollar.
