Brake - Im November 2012 haben Anne Saueressig und Peter Grote den Anstoß für die Gründung einer Bürgerinitiative (BI) gegeben. Das Ziel des ehrenamtlichen Engagements: Erhalt des denkmalgeschützten Bahnhofsgebäudes. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen, beispielsweise einem Tag der offenen Tür im Bahnhof im Januar 2013, mit Unterschriftensammlungen und regelmäßigen Sprechzeiten sorgten die Mitglieder der Bürgerinitiative dafür, dass die Diskussion über das seit inzwischen mehr als 18 Jahren leer stehende Gebäude lebhaft und kontrovers geführt wurde. Doch nachdem Karl-Heinz Kaiser aus Ganderkesee im Juni 2013 das Gebäude für 52 000 Euro ersteigert hat, ist es mittlerweile ruhig um die Initiative geworden.
Ruhig ja, aber keineswegs arbeitslos, betont nun auf NWZ -Anfrage Anne Saueressig. „Wir machen weiter. Denn wir wollen, dass endlich wieder Leben in das Gebäude kommt.“ Die Mitglieder der Initiative würden sich immer noch regelmäßig treffen und Ideen diskutieren für die Nutzung des nach Plänen des oldenburgischen Baurats Ludwig Klingenberg in den Jahren 1899 und 1900 errichteten Bauwerks. „Wir können uns vielfältige Nutzungsmöglichkeiten vorstellen, aber das ist alles noch nicht spruchreif“, sagt Saueressig.
Zudem müssten konkrete Überlegungen mit dem Eigentümer abgesprochen werden. Dieser sei aber ebenfalls daran interessiert, dass das Gebäude möglichst bald wieder genutzt wird, erklärt Saueressig. Die Bürgerinitiative stehe in engem Kontakt mit Kaiser.
Wie groß das gemeinsame Interesse ist, zeigt sich auch daran, dass Anne Saueressig vom neuen Besitzer einen Schlüssel für das Gebäude bekommen hat, um potenziellen Nutzern die Räumlichkeiten zeigen zu können. „Ich habe schon mehrfach Interessenten durch das Gebäude geführt“, berichtet Saueressig. Aber zu einer Vertragsunterzeichnung sei es im Anschluss bisher leider nicht gekommen, bedauert Saueressig.
Von der Initiative befragte Bürger haben als Nutzung die Einrichtung eines Restaurants oder eines Treffpunkts für Jugendliche vorgeschlagen. Auf den 1700 Quadratmetern würde sich auch eine Jugendherberge anbieten oder ein Fahrkartenshop mit weiteren kleinen Läden. Karl-Heinz Kaiser favorisiert bisher eine Mischnutzung aus Lokal, Wohnungen und Büroräumen.
Jedem tragfähigen Konzept stehe die Initiative aufgeschlossen gegenüber, betont Saueressig, die sich über weitere Mitstreiter freut (Kontakt unter Tel. 829853).
