Hannover/Oldenburg/Emden - Die nach oben korrigierten Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft beflügeln den Arbeitsmarkt im Nordwesten und im Rest Niedersachsens. Dank der kräftig anziehenden Wirtschaft wird die Arbeitslosigkeit in der Region im laufenden Jahr laut der Arbeitsagentur deutlich stärker sinken als bisher erwartet.

Wie die Agentur am Dienstag mitteilte, könnte die Arbeitslosenzahl in Niedersachsen im Vergleich zum Vorjahr um 5,4 Prozent auf 253 000 sinken. Der private Konsum und der Export treiben die Wirtschaft an. Für neue Jobs sorge etwa der private Wohnungsbau, auch der milde Winter biete eine gute Ausgangslage.

In Niedersachsen werde der Rückgang der Arbeitslosigkeit kräftiger ausfallen als im Bundesschnitt, wo mit einem Rückgang um 3,8 Prozent auf 2,79 Millionen Menschen gerechnet wird, so die Erwartung der Arbeitsagentur. Grundlage der optimistischen Prognose ist eine neue Analyse des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Das Institut hatte die Erwartung an das Wirtschaftswachstum von 1,4 auf 1,9 Prozent nach oben korrigiert.

Einen überproportionalen Rückgang erwarten die Experten auch für den Nordwesten. Im Arbeitsagenturbezirk Oldenburg-Wilhelmshaven, der weite Teile des Oldenburger Landes abdeckt, könnte die Arbeitslosenzahl der Prognose zufolge um 1400 (4,9 Prozent) auf 27 400 zurückgehen. Im Bezirk Vechta, der das Oldenburger Münsterland umfasst, könnt der Wert ebenfalls um 4,9 Prozent (400) auf 7700 sinken. In Ostfriesland (Bezirk Emden-Leer) ist den Angaben zufolge sogar mit einem Rückgang um 6,9 Prozent (1200) auf 16 100 zu rechnen.

Wie die Regionaldirektion der Arbeitsagentur in Hannover erklärte, deckten die Unternehmen ihren Bedarf an neuen Beschäftigten meist nur zum Teil mit örtlichen Arbeitslosen. Auch Rückkehrerinnen aus der Familienpause oder Zuwanderer kämen zum Zuge.

Jörg Schürmeyer
Jörg Schürmeyer Thementeam Wirtschaft