Oldenburg - In der Diskussion über die Sanierung des Ringlokschuppens meldet sich der Bund Deutscher Architekten (BDA), Bezirksgruppe Oldenburg/Ostfriesland, zu Wort. Der BDA warnt davor, den Ringlokschuppen aus der Gesamtplanung für das Areal zwischen ZOB und EWE herauszunehmen.

Am vergangenen Wochenende war der Sieger eines von der EWE ausgeschriebenen Architektenwettbewerbs bekanntgegeben worden (die NWZ  berichtete). Gewinner ist das Groninger Architekturbüro KAW. Beteiligt an dem Architektenwettbewerb waren auch die Oldenburger Büros „Knetemann, Bagge, Grothoff“, „Angelis und Partner“ sowie „Droste, Droste, Urban“. Losgelöst von diesem Wettbewerb will ein Investor den Lokschuppen für zehn Millionen Euro sanieren.

„Das gesamte Areal zwischen Bahngleisen, ZOB und Donnerschweer Straße, nicht nur der verfallende Ringlokschuppen, stellen eine große städtebauliche Hypothek für die Oldenburger Innenstadt dar“, schreiben Lutz Beckmann, Alexis Angelis, Volker Droste und Wolfgang Göken vom BDA-Vorstand. Wichtiger Bestandteil aller Arbeiten des Wettbewerbverfahrens waren nach Meinung des BDA ganzheitliche und nachhaltige Lösungen, die eine positive Weiterentwicklung der gesamten Stadt forcieren.

Mitten ins laufende Wettbewerbsverfahren habe ein anonym bleibender Investor einen Nutzungs- und Erhaltungsvorschlag gemacht, isoliert für den Ringlokschuppen. „Das Ganze garnierte er offenbar mit der Ansage, ausschließlich im Falle kurzfristiger Genehmigung sein Geld investieren zu wollen“, kritisiert der BDA. „Wen wundert’s, dass die Stadt, ihre Bauverwaltung und die engagierte, nicht nur örtliche, Architektenschaft allergisch reagiert, Druck von außen zurückweist und auf regulierte Genehmigungsverfahren verweist?“ Städtebau und Architektur gehorchten einem Diskurs, der verlässliche Prinzipien für Wettbewerb und Qualität im Planen und Bauen hervorgebracht habe und Schnellschüsse ausschließe.

Thomas Husmann
Thomas Husmann Redaktion Oldenburg