ASCHENSTEDT/DöTLINGEN - Der Flügel war 200 Meter durch die Luft gewirbelt worden. Der Hersteller spricht von „extremen Verhältnissen“.

von karsten bandlow,

Redaktion wildeshausen

ASCHENSTEDT/DÖTLINGEN - Bauamtsleiter Dieter Vogel von der Verwaltung des Landkreises Oldenburg hatte von dem Vorfall erst gestern Morgen erfahren, dann aber umgehend reagiert. Mit zwei Experten begab er sich an die Unfallstelle am Brennereiweg in Aschenstedt, Gemeinde Dötlingen, wo in der Sturmnacht am vergangenen Mittwoch ein zehn Meter langes Rotorblattstück einer Windkraftanlage abgerissen und ca. 200 Meter durch die Luft gewirbelt worden war, ehe es auf einem Acker aufschlug.

„Als Genehmigungsbehörde sind wir der öffentlichen Sicherheit verpflichtet und müssen uns um diese Angelegenheit kümmern“, sagte Vogel auf NWZ -Anfrage. Vor Ort befragten die Kreisvertreter den Betreiber der Anlage, den Aschenstedter Landwirt Ralf Eilers, und Mitarbeiter des Herstellers Vestas. Das Unternehmen sagte zu, den Vorfall gründlich zu prüfen und das kaputte Rotorblatt auf eventuelle Materialermüdung zu untersuchen. Ergebnisse sollen in der kommenden Woche vorliegen.

Andreas Eichler, Sprecher des Husumer Unternehmens, das nach eigenen Angaben der weltweit größte Hersteller von Windkraftanlagen ist, kann sich an einen ähnlichen Vorfall nicht erinnern. „Da muss schon ein extrem starker Sturm gewirkt haben“, erklärte er auf NWZ -Anfrage. Die Rotorblätter aus Glasfaser-Kunststoff seien auf Windgeschwindigkeiten bis maximal 60 Meter pro Sekunde ausgelegt, ab 25 Metern pro Sekunde schalteten sich die Anlagen selbst aus. Eine Gefährdung der Bevölkerung schloss Eichler aus. Auch Materialermüdung könne kaum vorliegen. Die Anlagen seien auf 20-jährige Haltbarkeit ausgelegt, und die in Aschenstedt sei erst fünf Jahre alt.