Atens - Sie ist wieder da! Margarete Hilgen hat ihre geliebte Tischdecke, die nach der Reinigung in der Wäscherei des CVJM-Sozialwerks verschwunden war, endlich wieder. „Gleich am Tag als der Bericht in der Zeitung war, hat sich eine Kundin gemeldet und gesagt, sie hat die Tischdecke gefunden“, erzählt Janine Dieckmeyer, Teamleiterin beim CVJM-Sozialwerk.
Das Monogramm, auf das Margarete Hilgen im Ð-Bericht vom 4. August hingewiesen hatte, hatte die Kundin aus Blexen dazu veranlasst, sich ihre aus der Wäscherei abgeholten Tischdecken noch einmal ganz genau anzuschauen. Tatsächlich entdeckte sie dann in einer Ecke des Wäschestücks das Monogramm mit den beiden geschwungenen Buchstaben.
„Ich hätte nicht gedacht, dass ich die Tischdecke wiederbekomme“, gibt Margarete Hilgen zu. Das Familienerbstück war eines von nur ganz wenigen Dingen, die Margarete Hilgens Mutter nach dem Krieg geblieben waren. Die Tischdecke hatte zur Aussteuer von Margarete Hilgens Großmutter gehört. 1945 lebte die Familie in Paderborn. Bei einem Bombenangriff auf die Stadt kam die Familie ums Leben, nur Margarete Hilgens Mutter, die damals 17 Jahre alt war, überlebte. Sie arbeitete während des Angriffs in einer Apotheke. Nur wenig konnte aus den Trümmern des zerstörten Elternhauses geborgen werden, darunter eben jene Tischdecke.
Seitdem hat das Familienerbstück alle großen Feste der Familie begleitet. „Sie war bei meiner Taufe auf dem Tisch, bei der Kommunion, bei allen Hochzeiten“, erzählt Margarete Hilgen. Zuletzt schmückte die Decke im Juli den Tisch bei der Hochzeit von Margarete Hilgens Tochter. Damit das geliebte Erbstück weiterhin in gutem Zustand bleibt, hatte Margarete Hilgen sie in die Reinigung gebracht. Doch als die 65-Jährige sie wieder abholen wollte, war die Tischdecke verschwunden. „Ich war so fertig“, erinnert sich Margarete Hilgen.
Die Markierung hatte sich gelöst und das Wäschestück konnte nicht mehr zugeordnet werden. Doch auch unter den übrigen Tischdecken war sie nicht zu finden.
Mehr als 100 Kunden hatte Meike Koopmann, die am Empfang der Wäscherei arbeitet, daraufhin angerufen und darum gebeten nachzuschauen, ob die Decke versehentlich in ein falsches Paket geraten war. Aber auch das hatte nicht zum Erfolg geführt. „Aber ich muss sagen, wir haben die liebsten Kunden“, sagt Meike Koopmann. Sie wohnt in Brake und sei selbst dort auf der Straße angesprochen worden, ob die Tischdecke inzwischen wieder aufgetaucht sei.
Umso größer war am Donnerstag die Freude bei allen Beteiligten, dass die Decke wieder zu ihrer Besitzerin gelangte. „Ich bin happy. Das nächste Familienfest kann wieder mit Tischdecke gefeiert werden“, freut sich Margarete Hilgen.
