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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Auch am Donnerstag werden Flüge gestrichen

24.11.2016

Frankfurt Am Main Wegen des Pilotenstreiks streicht die Lufthansa auch an diesem Donnerstag Hunderte Flüge. 912 Verbindungen seien betroffen, davon 82 auf der Langstrecke, teilte die Fluggesellschaft am Mittwoch mit. Am Mittwoch waren bereits 876 Flüge ausgefallen. Das Unternehmen forderte die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) erneut zu einer Schlichtung auf. „Die Forderung der VC nach einer Vergütungserhöhung von mehr als 20 Prozent geht weit über das hinaus, was andere Beschäftigtengruppen erhalten haben“, sagte Personalchefin Bettina Volkens einer Mitteilung zufolge.

Die Streichungen entsprechen etwa der Hälfte des Flugprogramms der Kernmarke Lufthansa. An beiden Streiktagen zusammen seien rund 215 000 Passagiere betroffen. In der Lufthansa-Gruppe fänden am Donnerstag 2088 von rund 3000 geplanten Flügen statt, teilte das Unternehmen weiter mit. Konzerngesellschaften wie die Swiss, die AUA oder die Eurowings werden von den Piloten nicht bestreikt.

Die VC-Piloten legten die Fluglinie seit der Nacht zum Mittwoch mit ihrem mittlerweile 14. Streik großenteils lahm. Die Gewerkschaft verteidigte den neuen Streik. „Wir sind abgekoppelt worden von der Lohnentwicklung in Deutschland in den letzten fünf Jahren und da möchten wir nicht länger zuschauen“, sagte VC-Sprecher Jörg Handwerg im ZDF-„Morgenmagazin“. Solange „kein verhandlungsfähiges Angebot“ von der Lufthansa komme, könne es immer wieder zu neuen Ausständen kommen.

Eine Schlichtung hatte die VC bereits am vergangenen Mittwoch abgelehnt. Den Piloten hatte die Airline zuletzt ein Lohnplus von 2,5 Prozent bis Ende 2018 angeboten. „Das ist aus unserer Sicht kein seriöses Angebot“, sagte Handwerg. Die VC verlangt Tariferhöhungen von zusammen 22 Prozent über einen Zeitraum von fünf Jahren bis April 2017. Die Gewerkschaft verweist darauf, dass es seit fünf Jahren keine Gehaltserhöhungen gegeben habe, während das Unternehmen Milliardengewinne eingefahren habe.

Der Anlass des aktuellen Streiks sind die Forderungen zum Gehalt der rund 5400 betroffenen Piloten von Lufthansa, Lufthansa Cargo und der Tochtergesellschaft Germanwings.

Lufthansa reservierte nach eigenen Angaben im Rhein-Main-Gebiet sowie im Raum München vorsorglich fast 4000 Hotelzimmer. Für Fluggäste, die aufgrund fehlender Visa nicht nach Deutschland einreisen dürfen, seien in Frankfurt rund 400 Feldbetten aufgebaut worden.

Der deutsche Flughafenverband ADV befürchtet Schäden in Millionenhöhe durch den Streik. Die Airports seien inzwischen immer häufiger Schauplatz von Tarifauseinandersetzungen, sagte ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Diese Entwicklung ist nicht akzeptabel und geht weit über das vertretbare Maß hinaus.“

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