Bookholzberg - Was verdient ein Auszubildender? Welche Vorteile bietet die Lehre in einem Großbetrieb wie Airbus? Womit kann ein kleines Unternehmen punkten? – Jugendliche der Schule an der Ellerbäke wollten es am Dienstag ganz genau wissen. Der Anlass für die „FragenFlut“: In der Schule fand ein so genannter „Expertentag“ statt.
Zu solchen Expertentagen lädt die Schule alljährlich Vertreter aus Betrieben der Region ein, die dann ihre Unternehmen, deren Ausbildungsberufe und Ausbildungsmöglichkeiten vorstellen. Adressaten seien jeweils die 9. Klassen, diesmal also 72 Schüler, wie Schulleiterin Daniela Feldhaus erklärte.
Sechs Unternehmen hatten diesmal „Delegationen“ geschickt: Airbus aus Bremen, „Die Schule“ aus Delmenhorst, Meyer-Technik aus Ganderkesee, die Volksbank Bookholzberg-Lemwerder, die Bookholzberger Firma Rücker und die Amazonen-Werke. „Ganz bewusst“ habe sie eine bunte Mischung aus kleinen und größeren Betrieben eingeladen, sagte die Sozialpädagogin Mechthild Heidtkamp, die die Aktion organisierte. Denn durchaus nicht alle Jugendlichen ziehe es in große Unternehmen.
Alle 72 Jugendlichen hatten schon vor den Sommerferien auswählen können, über welche der Betriebe beziehungsweise Ausbildungsberufe sie Näheres erfahren wollten. Jeweils zwei Vorträge konnten sie buchen. Ganz vorn im „Ranking“: Airbus.
Janine Hoppe und Helge Neisser, beide Auszubildende, waren für den Flugzeughersteller in die Rolle von Referenten geschlüpft. „Da gibt es gute Perspektiven“, befand der Neuntklässler Andre nach einem Film und etlichen Schaubildern.
Gleich nebenan hatte Kevin Behrens, 21, quasi ein „Heimspiel“. Vor einigen Jahren hatte der Heider an der Ellerbäke noch selbst die (Real-)Schulbank gedrückt, jetzt gab er als Auszubildender bei den Amazonen-Werken Antworten auf Fragen, die ihn vor Jahren auch beschäftigt hatten.
Ihr Ziel bei solchen Informationsvormittagen, so sagte Behrens’ Huder Kollegin Anke Paradies, sei, dass sich mit den Jugendlichen „ein Gespräch entwickelt“. Was sie in ihrer ersten Gesprächsrunde an diesem Tage vermisste: „Niemand hat gefragt, was ein Auszubildender bei den Amazonen-Werken verdient.“
Und das Fazit? Sehr informativ fand Mariele, 14, zum Beispiel, was bei der Volksbank „hinter dem Tresen geschieht“. Ähnlich äußerte sich Leana, 15, nach den Informationen der Firma „Die Schule“ über Ergotherapie und Altenpflege. In diesem Bereich selbst einmal zu arbeiten, „könnte ich mir vorstellen“.
