Ammerland -
Der Landkreis Ammerland hat – wie auch einige andere Kreise in Niedersachsen – die sogenannte Aufstallung von Geflügel angeordnet. Reicht das als Maßnahme gegen die Verbreitung der Vogelgrippe aus?
MeyerDie Aufstallung des Geflügels soll einen Kontakt mit Wildvögeln ausschließen. Das Risiko der Verbreitung der Vogelgrippe über Wildvögel wurde vom Friedrich-Löffler-Institut momentan als hoch eingestuft. Zusätzlich sind Hygienemaßnahmen erforderlich. Auch der indirekte Kontakt zwischen Wildvögeln und Geflügel ist zu verhindern. So müssen die Einstreu und das Futter geschützt vor Wildvögeln gelagert werden. Jäger und andere Personen, die Kontakt zu Wildvögeln hatten, dürfen nicht mit derselben Kleidung ihr Geflügel versorgen.
Welche Auswirkungen hat das Eingesperrtsein auf Hühner, Gänse und Co., wenn sie es bisher gewöhnt waren, die Tage im Freien zu verbringen?
MeyerGrundsätzlich stellt es kein Problem da, das Geflügel im Stall zu halten. Wichtig ist für die Tiere ausreichend Tageslicht oder künstliche Beleuchtung und Beschäftigungsmaterial.
Inwieweit sind Hobbyzüchter von Rasse- und Ziergeflügel von den Regelungen betroffen? Müssen womöglich geplante Ausstellungen abgesagt werden?
MeyerDie Aufstallung gilt für Hühner, Truthühner, Perlhühner, Rebhühner, Fasane, Laufvögel, Wachteln, Enten und Gänse, die vom Menschen gehalten werden. Somit müssen auch die Hobby- und Rassezüchter ihr Geflügel aufstallen. Die Geflügelausstellungen, die in geschlossenen Räumen abgehalten werden, müssen nicht abgesagt werden.
Wie sind die Übertragungswege von Wild- auf Zuchtvögel?
MeyerInfizierte Vögel übertragen das Grippevirus mit den Ausscheidungen und durch direkten Kontakt. Das Virus bleibt über längere Zeit im Kot ansteckungsfähig.
Vor Jahren grassierte das gefährliche H5N1-Virus, an dem weltweit auch zahlreiche Menschen gestorben sind. Wie gefährlich ist der nun aufgetauchte Erreger H5N8 für Menschen?
MeyerDer Erreger H5N8 wurde bisher nur bei Geflügel nachgewiesen. Im Gegensatz zu anderen Grippeviren treten auch bei Enten deutliche Erkrankungen und Verluste auf. Eine Gefährdung der Menschen durch H5N8 besteht nicht.
