Wardenburg - Ein Umweltamt oder zumindest ein Mitarbeiter im Rathaus, der sich permanent mit den breit gefächerten Fragen rund um den Naturschutz und Nachhaltigkeit beschäftigt, stände der Gemeinde Wardenburg gut zu Gesicht. Diese Auffassung unterstreicht der Sprecher der Grünen, Johannes Hiltner.
Der Antrag des Ratsherrn Eckhardt Hildebrand (Freie Wähler) für ein Umweltamt sei „mehr als respektierlich“ einzuschätzen. Die breite Ablehnung durch den Gemeinderat und die Verwaltung zeige allerdings, dass Umwelt und Energiefragen im Organigramm der Gemeinde und im Verständnis von CDU, SPD und FDP noch keinen eigenständigen Status genießen dürfen, folgert Hiltner.
Das derzeit zuständige Amt für Wirtschaft, Bauen und Umwelt habe die schwierige Aufgabe, drei unterschiedliche Themenfelder inhaltlich aufeinander abzustimmen. Sicherlich sei es richtig, dass die Gemeinde und der Rat verschiedene und wichtige Standortstudien in Sachen Wind, Biogas, Moor und Steuerung von Massentierställen auf den Weg gebracht haben.
Auch den zukünftig zu erwartenden Landschaftsplan wertet der Grünenfraktionssprecher als positives Beispiel. „In Zeiten der Energiewende, des Klimaschutzes und der Ausräumung der Natur- und Kulturlandschaft durch eine aggressive industrielle Landwirtschaft bedarf es allerdings einer Agenda oder eines Leitbildes wie diese verschiedenen Felder in Zukunft nachhaltig gesteuert und gelöst werden sollen“, fordert der Ratsherr.
Ein Umweltamt oder vorgeschaltet eine neue Personalstelle, die sich zentral mit Umwelt, Energie und Klimaschutzfragen beschäftigt, könnte genau diese Aufgabe erfüllen, meint er. Es gebe in der Gemeinde Wardenburg viele aktive Menschen und Organisationen, die sich für den Umweltschutz, Energiefragen, ökologisches Bauen, öffentlichen Personennahverkehr, Klimaschutz und viele andere Aspekte einsetzten. Für diese engagierten Menschen wären ein Umweltamt oder ein zuständiger Mitarbeiter eine ideale Anlaufstelle um Anregungen, Ideen und Kritik einbringen zu können.
„Sich hinter Rechtsfragen und Personalkosten zu verstecken, entspricht doch mehr einem Feigenblatt“, wertet Hiltner den bisherigen Diskussionsverlauf im Wardenburger Rat.
