Oldenburg - Immer weniger Menschen entscheiden sich für eine Unternehmensgründung. Das gilt auch für das Oldenburger Land. Aber die Zahlen sind besser als im Durchschnitt von Niedersachsen. Das ergeben Zahlen der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer (IHK).

Demnach gab es im vergangenen Jahr im Kammerbezirk – dem Oldenburger Land – 6565 Firmengründungen (2015: 6808). Das bedeutet 62,2 Gründungen auf jeweils 10 000 Einwohner. Mit dieser Umrechnung vergleichen Regionalforscher die Gründungsneigung. Mit den „62,2“ liege „unsere Region sogar über dem Landesdurchschnitt“, stellte die IHK fest. Niedersachsenweit gab es nämlich nur 58,2 Gründungen pro 10 000 Einwohner.

Die meisten Gründungen gab es demnach in der Stadt Oldenburg (70,6/10 000). Das überrascht nicht. Hier gibt es neben zwei Hochschulen auch eine breit angelegte Förder-Infrastruktur für Gründer.

Auf Platz zwei in der Region folgt der Landkreis Vechta (65,5/10 000). Auch er ist Hochschulstandort – und traditionell ein Innovationsschwerpunkt im Nordwesten.

Allerdings: Die regionalen Zahlen sind nur im Vergleich gut. Für sich genommen sind auch sie enttäuschend. Denn: Der Trend zur Firmengründung ist regional wie bundesweit rückläufig. Im Vorjahreszeitraum lag die Anzahl der Gründungen im Oldenburger Land noch bei 65 (aktuell 62,2) je 10 000 Einwohner.


„Hintergrund für diese Entwicklung ist vor allem die Lage am Arbeitsmarkt, der derzeit gute Perspektiven im Angestelltenverhältnis bietet“, schreibt die IHK. Zu den Gründungen stellt sie fest: Die meisten Gründer bevorzugen Branchen, in denen ein Start bereits mit überschaubarem Startkapital möglich ist – im Dienstleistungsbereich, dicht gefolgt vom Handel.

Die Kammer half auch 2016 mit ihrem „IHK-Mentor“ bei der Vorbereitung von Gründungen. Konkret wurden 366 Vorhaben entwickelt. Die Zahl der Gründer mit Migrationshintergrund nehme leicht zu.

Rüdiger zu Klampen
Rüdiger zu Klampen Wirtschaftsredaktion (Ltg.)