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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Auch mit Handicap Ausbildung machen

28.09.2016

Edewecht Auch mit einer starken Beeinträchtigung kann man erfolgreich eine Berufsausbildung absolvieren – wenn der Betrieb das gezielt unterstützt. Dies zeigt der Fassadenspezialist Haskamp aus Edewecht. „Unser innovativer Ansatz ist die Integration eines Azubis mit starker Sehbehinderung“, ist die Bewerbung für den Preis für Innovative Ausbildung (PIA) der NWZ  überschrieben.

Ali Bamba ist bei Haskamp in Ausbildung BILD: privat

Bewerbungum Förderpreis

Haskamp bewirbt sich auch um den Förderpreis speziell für Flüchtlingsprojekte bei PIA:

Bereits seit 2015 hat man drei Flüchtlinge aus Afghanistan und von der Elfenbeinküste in Ausbildung zum Metallbauer Fachrichtung Konstruktionstechnik. Die Integration erfordere viel Engagement und Verständnis der Mitarbeiter, aber auch konsequentes Verhalten.

Als Ausbildungspatin fungiert Barbara Haskamp. Sie hilft auch bei Papierkram etwa zu Förderungen oder Wohnungssuche.

Deutschkurse von der Arbeitsagentur werden genutzt. Auch kümmert man sich intensiv um soziale Integration. Ziel sei, dass Flüchtlinge sich nicht mehr fremd fühlen. Maßnahmen sind Public Viewing, gemeinsames Sportabzeichen und Tennis.

Konkret ist Lennard Lehm­kuhl, seit 2015 in Ausbildung zum Industriekaufmann, gemeint. Er hat eine Sehbehinderung, mit etwa acht bis zwölf Prozent Sehfähigkeit.

Das Konzept soll eine hochwertige Ausbildung trotz Handicap gewährleisten – wobei der Azubi ein hohes Maß an Offenheit für Neues mitbringen müsse. Mit Unterstützung werde möglichst viel Normalität geschaffen. Sonderbehandlung gelte es aber zu vermeiden – für eine bestmögliche Inklusion, schreiben Mathias Krause-Haskamp und Carina Honkomp. Als Betrieb müsse man Bereitschaft für ein höheres Maß an persönlichem Einsatz und finanziellem Aufwand zeigen, etwa für stärkere Zeitbindung des ausbildenden Personals und einen zusätzlichen Arbeitsplatz in jeder Abteilung, denn Lennard Lehm­kuhl hat stets einen Paten. Er benötigt allein durch seinen speziellen Laptop einen zusätzlichen Sitzplatz. Zudem wird externe Hilfe genutzt:

 Assistenz bei technischen Lösungen: Lennard Lehm-kuhl arbeitet mit einer Braillezeile und einer Sprachsoftware für Sehbehinderte mit seinem eigenen Laptop. Jedes Programm, das er für seine Arbeit benutzen soll, muss auf seinem Laptop installiert werden und Braillezeile sowie Sprachsoftware müssen auf das Programm abgestimmt werden.

 Jobcoaching für Blinde und Sehbehinderte: Ein externer Experte hilft unter Einbindung der jeweiligen Ausbilder bei Abteilungswechsel und Bewältigung der gestellten Aufgaben. Coaching-Termine je nach Trainingsbedarf.

 Die Berufsschule: normale Berufsschule, mit Unterstützung einer Schulassistenz. Enge Zusammenarbeit von Ausbildungsfirma und Berufsschule. Das Landeszentrum Hannover steht Lehrern als Ansprechpartner zur Verfügung und ist Bindeglied zwischen Schule und Firma.

  Für die Bereitstellung der persönlichen Arbeitsmittel wie Braillezeile und Laptop sowie externe Dienstleister ist die Arbeitsagentur zuständig.

 Die Ausbilder müssen in hohem Maße umdenken. Kein Arbeitsschritt kann so erfolgen, wie es normalerweise der Fall wäre. Toleranz und Akzeptanz sind gefordert – jedoch auch das Herausfordern des Azubis mit Handicap zum eigenständigen Arbeiten und Kritikbereitschaft.

 Die weiteren Azubis: Rotierend wird ein Azubi ohne Handicap dem Azubi mit Handicap zur Seite gestellt. Dies erfordere hohe Empathie. Mit der zusätzlichen Aufgabe werde jedem Azubi die besondere Herausforderung von Lennard Lehmkuhl bewusst, dies fördere Akzeptanz und auch ein hohes Maß an Respekt für die Situation. Alles fördere Teamfähigkeit, Eigenverantwortung und die Inte­gration in die Azubigruppe von Lennard Lehmkuhl.

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Berufsschule | Bundesagentur für Arbeit

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