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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Auch Audi schätzt Zwischenahner Kartons

04.09.2010

BAD ZWISCHENAHN Wenn Sabine Burmeister mit ihrem Ehemann zum Einkaufen geht, dann kommt der schon mal vom Weg ab. Ulf Burmeister schaut sich statt Preisetiketten gern die Kartons an – sie könnten aus seinem Unternehmen stammen. Oder er hätte sie gern im Produktsortiment. Ulf (45) und Sabine Burmeister (42) sind Geschäftsführer der Oldenburger Kartonagenfabrik U. Burmeister GmbH (Bad Zwischenahn). Dieses Unternehmen mit 26 Mitarbeitern stellt Verpackungen aus Well- und Vollpappe her.

„Unsere Spezialität als Mittelständler sind Produkte nach individuellem Kundenwunsch“, erläutert das Unternehmer-Ehepaar im Warenlager. Um sie herum hohe Stapel mit Kartons für Spielzeugautos, Kalender, Notfall-Rucksäcke, Bitumen-Rollen oder Heizungskomponenten. In den größten Karton passt eine Badewanne. Der Kleinste mit 9 x 4 x 4 Zentimetern – der Chef faltet ihn gerade mal demonstrativ flink zusammen – ist für Zahnarztpraxen-Kleinteile gedacht.

Die Zwischenahner verarbeiten Well- und Vollpappe, die überwiegend aus Papierfabriken des Nordwestens stammt. Ihre Spezialität ist bedarfsgerechtes Design mit ausgeklügelter Software. „Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt“, sagt Ulf Burmeister am Plotter für die Muster. Kunden können sich in einem Film ansehen, wie die Entwürfe nach der Produktion aussehen werden. Auch Standardverpackungen für Druckindustrie und Postversand werden geliefert.

Wichtig sind exakte Maße. Burmeisters fahren zuweilen selbst zu den Kunden, um zu messen. Produziert wird dann nach Kundenwunsch: mit Platz für schützendes Füllmaterial oder eng anliegend. Produziert wird nach Bedarf. Nur besonders stark gefragte Stanzverpackungen, Wellkisten und Stülpdeckelverpackungen sind stets im Lager. Das Meiste wird im Umkreis von 150 Kilometern geliefert.

Die Kartonagenfabrik ist aber auch im Export stark. Ulf Burmeister bleibt an einer Maschine stehen, die so genannte Gefache – Unterteilungen für Kartons – ausstößt. „Mit solchen Kartons liefert Audi Teile nach China“, erzählt er eher nebenbei, mit Ammerländer Bescheidenheit. Konkret: Audi baut Autos in China, liefert aber Teile aus Bayern zu – und setzt dabei auf Kartons von der Oldenburger Kartonagenfabrik. Audi schätzt die Gefache. In den kleinen Fächern können viele Kleinteile separat abgelegt werden, erläutert Sabine Burmeister. Die Zwischenahner liefern Audi die Kartons in 28 Außenmaßen, aber alle optimal passend für die lange Containerreise. Auch Verpackungen für „VIP-Kalender“ der Lufthansa kommen aus dem Zwischenahner Werk.

„Absolut ökologisch“ seien die Produkte, schwärmt Ulf Burmeister. Die Pappe stamme aus Holzresten oder Recycling-Material. Das ist gefragt. Die Branche wachse stets schneller als die Wirtschaft insgesamt. Eine Ende sei nicht absehbar.

Dazu trage auch bei, dass immer mehr Unternehmen ihre Importware nicht im tristen Gewand („China-Karton“) ausliefern wollen: Produkte würden deshalb umgepackt in repräsentative, werbende Kartons, so Sabine Burmeister. Die Zwischenahner packen auch Beisetzungs-Urnen aus Rumänien neu ein.

Die Firma wurde 1972 von Udo Burmeister in Ofen gegründet. 1986 zog die Kartonagenfabrik in den Kurort um. 1999 trat der Sohn des Gründers, Ulf Burmeister, ein, und 2008 wurde der Generationswechsel vollzogen. Seit 2009 ist auch Sabine Burmeister Geschäftsführerin.

Besonders am Herzen liegt dem Unternehmer-Ehepaar und ihrer rechten Hand, dem einst ersten Azubi Florian Münch, die Ausbildung. So bieten sie auch eine Lehre in dem seltenen Beruf des Verpackungsmittelmechanikers an. Damit wird sichergestellt, dass auch langfristig jeder Kundenwunsch „geknickt, gefaltet oder geklebt“ erfüllt werden kann, auch der speziellste – wie einst die 8 Papp-Hocker für einen Messestand.

Rüdiger zu Klampen Redaktionsleitung / Wirtschaftsredaktion
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