Ganderkesee - Der Hund gilt als der beste Freund des Menschen. In vielen Familien wird er von vorne bis hinten verwöhnt – häufig mit dem, was das Tier am liebsten hat: Essen. Doch genau wie Menschen setzen auch Hunde bei übermäßigem Genuss schnell ein paar Pfunde an. Die NWZ  hat sich dazu bei Experten in der Gemeinde Ganderkesee umgehört.

Insbesondere das regelmäßige Spaßzierengehen dürfe man nicht schleifen lassen, mahnt Rainer Broschk vom Verein Gnadenhof Ganderkesee-Delmenhorst und Umzu. „Viele Hunde bekommen einfach zu wenig Bewegung.“ Maßvoll sollte man auch mit den Leckerlies für zwischendurch umgehen. „Die muss man dann vom täglichen Futter abziehen“, sagt Broschk. Wer mit seinem Vierbeiner trainiert, der sollte auf Leckerlies als Belohnung für das Gelernte ganz verzichten. „Das wird sonst zu viel. Man sollte ihn dann eher mit Streicheleinheiten belohnen. Das funktioniert genauso gut.“

Tierärztin Anne Horstmann rät dazu, beim Futter genau hinzuschauen: „Bei Hunden, die zu Übergewicht neigen, ist es wichtig,, auf energiearme Kost zu setzen. Die Ration sollte schnell ein Sättigungsgefühl erzeugen, damit die Hunde dann auch zufrieden sind und nicht betteln.“ Gutes Futter gebe es inzwischen viel auf dem Markt. „Es gibt auch extra fettarme Leckerlies“, sagt Horstmann.

Ob ein Hund zur Fettleibigkeit neigt, kann aber auch von der Rasse abhängen. „Retriever oder Labradore haben durchaus einen guten Appetit“, so die Tierärztin. Dennoch: Viele übergewichtige Hunde habe sie in den letzten Jahren nicht behandeln müssen. „Ich habe den Eindruck, dass es nicht mehr so schlimm ist wie früher. Die Besitzer achten inzwischen sehr gut auf die Gesundheit ihrer Hunde.“

Das bestätigt auch Ute Mahlstedt, die in Ganderkesee eine Hundeschule mit Tierpension betreibt. Übergewichtige Hunde seien kaum in ihren Kursen. Dennoch warnt sie vor falscher Tierliebe von Frauchen und Herrchen. „Manche Leute beruhigen die Hunde mit Leckerlies, wenn sie aufgeregt sind. Das kann schnell zu viel werden.“


In ihrer Pension bietet sie auch kleine Fitnesskurse für die Hunde an. „Einmal hatten wir einen Dackel hier, der 19 Kilogramm wog. Da haben wir die Nahrung langsam reduziert und auf Diätfutter umgestellt.“ Die Bewegung müsse in solchen Fällen dann langsam aufgebaut werden. „Wir haben dann mit ganz kleinen Spaziergängen angefangen und diese nach und nach gesteigert.“ Insbesondere bei älteren Hunden, die körperlich etwas abbauen, bestehe die Gefahr, dass sie Fett ansetzen. „Da sollte man dann schon auf die Ernährung achten“, rät Mahlstedt.