Loy - Eine gestrichelte Linie stellt auf der Landkarte die Ortsumgehung dar. Die schwarzen Striche zeigen an, wie die neue Straße verlaufen soll. Voraussichtlich ab 2014 wird sie um den Ort Loy herum führen (NWZ berichtete).
Die Landkarte allerdings stammt bereits aus dem Jahr 1978. Sie belegt somit auch, wie lange sich die Menschen in Loy bereits für eine Umgehungstrasse einsetzen.
Einer von ihnen ist Hans-Gerd Brumund. Der 66-Jährige wohnt unmittelbar an der Braker Chaussee in einem hübschen Bauernhaus. Tagein, tagaus rollen Last- und Personenkraftwagen quasi an seiner Haustür vorbei.
15 400 Fahrzeuge zählten Mitglieder des Ortsvereins im Jahr 2006 innerhalb von 24 Stunden. Gefährliche Situationen im Straßenverkehr sind oft zu beobachten, Unfälle passieren hier häufiger.
„Wir sind froh, dass die Umgehungsstraße jetzt endlich kommt“, sagt Brumund, der sich Anfang der 1970er Jahre schon intensiv für den Bau eines vernünftigen Radweges in Loy stark machte. 1969 hatte er das hübsche Bauernhaus gekauft, zuvor war es im Besitz seiner Verwandtschaft gewesen.
„Schon damals gab es eine Landkarte, in der die Ortsumgehung eingezeichnet war“, berichtet Brumund. Noch heute ärgert er sich, dass er dieses Dokument nicht aufbewahrt hat.
Seiner Darstellung nach ist es der mittlerweile dritte Anlauf im Bemühen um eine Umgehungsstraße für Loy. Die alte Landkarte habe um 1970 schon einmal Hoffnung aufkommen lassen, dass die Ortsdurchfahrt entlastet wird.
In den 1980er Jahren habe es dann einen erneuten Anlauf gegeben. Letztlich wurde es aber wieder nichts mit der Entlastungstrasse.
Mitte der 1990er Jahre schließlich nahmen einige Privatleute die Initiative in die Hand, sammelten gemeinsam mit dem Ortsbürgerverein rund 500 Unterschriften, die dann im Rathaus abgegeben wurden.
Erster Spatenstich
Damals ahnte wohl noch niemand, dass es noch einmal fast 20 Jahre dauern würde, bis tatsächlich die ersten Baufahrzeuge anrollen. Inzwischen haben die vorbereitenden Arbeiten, wie berichtet, tatsächlich begonnen. Am 12. November soll der erste Spatenstich stattfinden.
Auch der Inhaber des Gasthofes zu Loyerberg sehnt die Umgehungsstraße schon lange herbei. „Oh, ist das laut. Oh, wackelt das.“ Solche Äußerungen habe er von Gästen schon häufiger gehört, sagt Harm-Jörg Alberts. Wer in dem Gasthof am Fenster sitzt, könne mit der einen Hand eine Tasse Kaffee halten und mit der anderen beinahe einen der vorbeifahrenden Lastwagen berühren. „Mehr als zwei Meter sind das wohl nicht“, schildert Alberts.
Gegenüber auf der anderen Straßenseite sortiert Jürgen Gröning gerade die Auslagen seines Einkaufsladens. Er sieht dem Bau der Umgehungsstraße eher verhalten entgegen.
„Was genau wird, kann man erst in zwei Jahren sagen, wenn die Straße fertig ist“, sagt der 58-Jährige. Er geht aber davon aus, dass ihm fürs Geschäft der Durchgangsverkehr fehlen wird. „Ich befürchte, dass ich beim Umsatz Einbußen haben werde“, sagt der Einzelhandelskaufmann.
Seit dem Jahr 2000 führt er den 140 Quadratmeter großen Einkaufsladen, der alle Dinge für den täglichen Bedarf vorhält. In Loy ist es das einzige Geschäft. Fünf Angestellte arbeiten hier in Wechselschicht. Grönings Haupteinnahmequelle sind belegte Brötchen, Kaffee zum Mitnehmen oder der Mittagstisch.
„Viele Bauarbeiter halten hier morgens mit ihren Kleintransportern“, berichtet der Kaufmann und fügt an: „Die meisten kennt man schon. Da weiß man, was sie auf ihrem Brötchen mögen und wie sie ihren Kaffee trinken.“
Das Gebäude auf der Ecke zur Loyerbergstraße ist bereits mehr als 100 Jahre alt, sagt Gröning. Früher gab es dort eine Mühle und eine Kohlenhandlung. Bis 1996 war schon einmal ein Lebensmittelgeschäft in den Räumen. Von 1998 bis 2000 gab es einen Laden für Hundefutter. Dann pachtete Gröning das Geschäft. Vor zwei Jahren runderneuerte er den Laden.
Zusammenhalt im Dorf
Ob er das Geschäft noch weiter betreiben kann, wenn die Umgehungsstraße erst einmal gebaut ist, vermag er noch nicht zu sagen. Die Kosten blieben schließlich gleich – ob Kundschaft komme oder nicht. Außerdem stellt sich für Gröning die Frage, wie das Dorf zu ihm hält.
Die Zusammenarbeit mit dem Ortsverein und der Feuerwehr sei gut, weiß der Kaufmann. Und auch viele andere Menschen im Ort schätzen das Einkaufsgeschäft um die Ecke. „Ich hoffe, dass wir unseren Kaufladen behalten“, sagt etwa die 75-jährige Hilde Lübben.
Loy - Eine gestrichelte Linie stellt auf der Landkarte die Ortsumgehung dar. Die schwarzen Striche zeigen an, wie die neue Straße verlaufen soll. Voraussichtlich ab 2014 wird sie um den Ort Loy (Rastede, Kreis Ammerland) herum führen.
Die Landkarte allerdings stammt bereits aus dem Jahr 1978. Sie belegt somit auch, wie lange sich die Menschen in Loy bereits für eine Umgehungstrasse einsetzen.
Einer von ihnen ist Hans-Gerd Brumund. Der 66-Jährige wohnt unmittelbar an der Braker Chaussee in einem hübschen Bauernhaus. Tagein, tagaus rollen Last- und Personenkraftwagen quasi an seiner Haustür vorbei.
15 400 Fahrzeuge zählten Mitglieder des Ortsvereins im Jahr 2006 innerhalb von 24 Stunden. Gefährliche Situationen im Straßenverkehr sind oft zu beobachten, Unfälle passieren hier häufiger.
„Wir sind froh, dass die Umgehungsstraße jetzt endlich kommt“, sagt Brumund, der sich Anfang der 1970er Jahre schon intensiv für den Bau eines vernünftigen Radweges in Loy stark machte. 1969 hatte er das hübsche Bauernhaus gekauft, zuvor war es im Besitz seiner Verwandtschaft gewesen.
„Schon damals gab es eine Landkarte, in der die Ortsumgehung eingezeichnet war“, berichtet Brumund. Noch heute ärgert er sich, dass er dieses Dokument nicht aufbewahrt hat.
Seiner Darstellung nach ist es der mittlerweile dritte Anlauf im Bemühen um eine Umgehungsstraße für Loy. Die alte Landkarte habe um 1970 schon einmal Hoffnung aufkommen lassen, dass die Ortsdurchfahrt entlastet wird.
In den 1980er Jahren habe es dann einen erneuten Anlauf gegeben. Letztlich wurde es aber wieder nichts mit der Entlastungstrasse.
Mitte der 1990er Jahre schließlich nahmen einige Privatleute die Initiative in die Hand, sammelten gemeinsam mit dem Ortsbürgerverein rund 500 Unterschriften, die dann im Rathaus abgegeben wurden.
Erster Spatenstich
Damals ahnte wohl noch niemand, dass es noch einmal fast 20 Jahre dauern würde, bis tatsächlich die ersten Baufahrzeuge anrollen. Inzwischen haben die vorbereitenden Arbeiten, wie berichtet, tatsächlich begonnen. Am 12. November soll der erste Spatenstich stattfinden.
Auch der Inhaber des Gasthofes zu Loyerberg sehnt die Umgehungsstraße schon lange herbei. „Oh, ist das laut. Oh, wackelt das.“ Solche Äußerungen habe er von Gästen schon häufiger gehört, sagt Harm-Jörg Alberts. Wer in dem Gasthof am Fenster sitzt, könne mit der einen Hand eine Tasse Kaffee halten und mit der anderen beinahe einen der vorbeifahrenden Lastwagen berühren. „Mehr als zwei Meter sind das wohl nicht“, schildert Alberts.
Gegenüber auf der anderen Straßenseite sortiert Jürgen Gröning gerade die Auslagen seines Einkaufsladens. Er sieht dem Bau der Umgehungsstraße eher verhalten entgegen.
„Was genau wird, kann man erst in zwei Jahren sagen, wenn die Straße fertig ist“, sagt der 58-Jährige. Er geht aber davon aus, dass ihm fürs Geschäft der Durchgangsverkehr fehlen wird. „Ich befürchte, dass ich beim Umsatz Einbußen haben werde“, sagt der Einzelhandelskaufmann.
Seit dem Jahr 2000 führt er den 140 Quadratmeter großen Einkaufsladen, der alle Dinge für den täglichen Bedarf vorhält. In Loy ist es das einzige Geschäft. Fünf Angestellte arbeiten hier in Wechselschicht. Grönings Haupteinnahmequelle sind belegte Brötchen, Kaffee zum Mitnehmen oder der Mittagstisch.
„Viele Bauarbeiter halten hier morgens mit ihren Kleintransportern“, berichtet der Kaufmann und fügt an: „Die meisten kennt man schon. Da weiß man, was sie auf ihrem Brötchen mögen und wie sie ihren Kaffee trinken.“
Das Gebäude auf der Ecke zur Loyerbergstraße ist bereits mehr als 100 Jahre alt, sagt Gröning. Früher gab es dort eine Mühle und eine Kohlenhandlung. Bis 1996 war schon einmal ein Lebensmittelgeschäft in den Räumen. Von 1998 bis 2000 gab es einen Laden für Hundefutter. Dann pachtete Gröning das Geschäft. Vor zwei Jahren runderneuerte er den Laden.
Zusammenhalt im Dorf
Ob er das Geschäft noch weiter betreiben kann, wenn die Umgehungsstraße erst einmal gebaut ist, vermag er noch nicht zu sagen. Die Kosten blieben schließlich gleich – ob Kundschaft komme oder nicht. Außerdem stellt sich für Gröning die Frage, wie das Dorf zu ihm hält.
Die Zusammenarbeit mit dem Ortsverein und der Feuerwehr sei gut, weiß der Kaufmann. Und auch viele andere Menschen im Ort schätzen das Einkaufsgeschäft um die Ecke. „Ich hoffe, dass wir unseren Kaufladen behalten“, sagt etwa die 75-jährige Hilde Lübben.

